15.01.2020

Rheuma-Patienten reagieren sensibler auf Salz als Gesunde

Dass Menschen mit Bluthochdruck sparsam mit Salz umgehen sollten, ist bekannt. Doch auch Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis sollten diesen Rat befolgen.

Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis leiden häufig an Bluthochdruck und haben im Vergleich zu Blutdruck-Gesunden ein mehr als vierfach höheres Risiko für Herzerkrankungen. Studienergebnisse legen nahe, dass Menschen mit Rheuma sensibler auf Salz reagieren und schneller einen Bluthochdruck entwickeln, als Menschen ohne Rheuma (siehe Clinical Rheumatology 2018, Band 37, Seite 895-900). Für sie ist eine salzarme Ernährung daher besonders wichtig, raten Experten der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh).

Bekannt ist: Eine hohe Natrium- und eine niedrige Kaliumaufnahme gehen mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck einher. Aus dem Natriumgehalt im Urin lässt sich der Salzkonsum der betreffenden Person berechnen. Studiendaten belegen jedoch, dass Rheumatiker trotz einer ähnlich hohen Natriumausscheidung und damit vergleichbarem Salzkonsum häufiger an Bluthochdruck leiden als Menschen ohne Rheuma. „Das deutet darauf hin, dass Menschen mit Rheuma sensibler auf Salz reagieren und demensprechend schneller Bluthochdruck entwickeln“, erklärt Prof. Dr. med. Schulze-Koops, der die Rheumaeinheit am Uniklinikum München leitet.

Inwieweit übermäßiger Salzkonsum sich auf die Entwicklung einer rheumatoiden Arthritis auswirkt oder die bereits vorhandene Erkrankung verstärkt, ist noch nicht abschließend untersucht. „Fest steht aber, dass Menschen mit Rheuma häufig deutlich erhöhte gesundheitliche Risiken durch Begleiterkrankungen erleiden. Sie sollten besonders darauf achten, beispielsweise Übergewicht oder eben Bluthochdruck zu vermeiden“, so Schulze-Koops, Präsident der DGRh.

Auch legt die Studie nahe, dass verstärkte Kaliumaufnahme das erhöhte Blutdruckrisiko wieder absenkt. Die DGRh empfiehlt daher Menschen mit Rheuma auf eine salzarme, gesunde Ernährung zu achten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt höchstens fünf Gramm Salz am Tag zu sich zu nehmen. Das entspricht etwas weniger als einem Teelöffel. Außerdem sollten Rheuma-Patienten auf Schweinefleisch verzichten und auf eine mediterrane Ernährung mit viel Gemüse und gesunden Fetten setzen. Besonders reich an Kalium sind Vollkornprodukte, Kartoffeln, Bananen, Spinat, Salat, Hülsenfrüchte, Kohl, Avocados und Nüsse. „Salzarme Ernährung ist vor allem eine Frage der Gewöhnung und fällt leichter, wenn man auf Fertigware wie beispielsweise Tiefkühlpizza, die häufig besonders viel Salz enthält, verzichtet“, so der Ratschlag des Rheuma-Experten.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh)

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