30.05.2010

Richtige Ernährung kann Fortschreiten einer Nierenschwäche verlangsamen

Durch Vermeiden bestimmter Inhaltsstoffe der Nahrung können Patienten mit einer Nierenschwäche dem Fortschreiten der Erkrankung entgegenwirken...

Die häufigsten Ursachen einer chronischen Nierenschwäche sind erhöhte Blutzucker- und Blutdruckwerte. Daher ist die optimale Einstellung dieser Parameter zum Beispiel durch Medikamente der wichtigste Schutz vor einer raschen Verschlechterung einer Niereninsuffizienz. „Da eine chronische Nierenerkrankung zu Störungen im Eiweißstoffwechsel sowie im Salz- und Wasserhaushalt führt, leistet auch die Ernährung einen wichtigen Beitrag dabei, das Fortschreiten der Erkrankung und damit den Beginn einer Dialysetherapie verzögern. So ist in den meisten Fällen eine Einschränkung der Phosphatzufuhr auf unter 1000 mg pro Tag sinnvoll", empfiehlt Prof. Uwe Heemann vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Milch und einige Milchprodukte wie Hartkäse enthalten viel Phosphat und dürfen nur in geringem Mengen konsumiert werden. „Die Tageszufuhr von Milch, Buttermilch und Joghurt sollte einen 1/8 Liter nicht überschreiten. Für die Zubereitung von Pudding oder Pfannkuchen kann statt Milch jedoch eine Mischung aus 1/3 Sahne und 2/3 Wasser verwendet werden", rät Prof. Heemann. „Ganz vermeiden sollte man Schmelzkäse und Kondensmilch." Aufgrund ihres hohen Phosphatgehaltes verzichten nierenkranken Patienten am besten auch auf Nüsse jeglicher Art. Fertigprodukten sind ebenfalls nicht selten größere Mengen an Phosphaten zugesetzt. Lebensmittel mit folgenden E-Nummern sollten daher vermieden werden: E 338, E 339, E 340, E 341, E 450a, E 450b, E 450c, E 540, E 543, E 544.

Eine kaliumarme Ernährung wird in der Regel erst im fortgeschrittenen Stadium einer Nierenschwäche notwendig. Die empfohlene Menge hängt von der Schwere der Erkrankung ab und ist individuell unterschiedlich. „Sehr reich an Kalium sind getrocknete Früchte wie Rosinen, Dattel und Feigen, Bananen und Aprikosen, Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Linsen, Pilze, Sprossen und Keime sowie einige Gemüsesorten wie Tomaten, Spinat, Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl und Oliven. Diese Obst- und Gemüsesorten sollten von Patienten mit fortgeschrittener Nierenschwäche nur in geringen Mengen gegessen werden", empfiehlt Prof. Heemann.

Reichliches Trinken verbessert die Nierenfunktion allerdings nicht. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass zu große Flüssigkeitsmengen das Fortschreiten chronischer Nierenerkrankungen beschleunigen kann. „Sowohl die optimale Flüssigkeitszufuhr als auch eine phosphat- oder kaliumarme Diät sollte man in jedem Fall mit einem Arzt absprechen", rät Prof. Heemann. „Dabei ist es auch wichtig, dass die Nierenfunktion regelmäßig überprüft wird, um gegebenenfalls die Ernährung anpassen zu können."