20.07.2008

Schaufensterkrankheit: Schlechte Durchblutung fördert Infektionen

Wer unter schlecht durchbluteten Füßen leidet, sollte in seinen Schuhen wenig schwitzen. Bakterien und Pilze lieben nämlich feuchte Stellen ganz besonders...

Menschen mit Durchblutungsstörungen in den Beinen sollten im Sommer auf leichtes Schuhwerk achten, in dem sie nicht schwitzen. Denn feuchte Füße sind ein idealer Nährboden für Infektionen und Entzündungen. „Diese können in schlecht durchblutetem Gewebe zu schwer heilenden Geschwüren führen", warnt Prof. Malte Ludwig vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI).

„Schlecht durchblutetes Gewebe leidet unter Sauerstoffmangel und kann sich nur schlecht regenerieren. Dauerhaft feuchte Stellen an den Füßen sowie kleine Verletzungen erleichtern deshalb die Ansiedelung von Bakterien und Pilzen", erklärt Prof. Ludwig. Deshalb sei es wichtig, die Füße nach dem Baden oder Duschen gut abzutrocknen oder sogar die Zehenzwischenräume mit kalter Luft trocken zu fönen.

Darüber hinaus stellen bereits kleine Verletzungen für Menschen mit Durchblutungsstörungen eine Gefahr dar. So kann es beispielsweise beim Schneiden der Zehennägel oder beim Entfernen von Hühneraugen oder Hornhaut zu kleinen Schnittverletzungen oder wunden Stellen kommen, aus denen unbehandelt offene Geschwüre entstehen können. Deshalb sollten Betroffene ihre Füße auch regelmäßig nach Blasen, Rissen oder anderen Verletzungen absuchen. „Je eher erkrankte Stellen entdeckt und behandelt werden, desto schneller heilen sie", so der Gefäßspezialist.

Geschwüre durch mangelhafte Durchblutung

 Bild: Ein Schädiung der Arterienwand
fördert die Bildung von
Ablagerungen und die langsame
Verstopfung der Arterie.Ablagerungen in den Arterien der Beine können den Blutfluss behindern oder sogar völlig blockieren - Schmerzen in den Waden und Hautverfärbungen sind die Folge. Diese auch als „Schaufensterkrankheit" bekannten arteriellen Beschwerden führen zu einer mangelhaften Versorgung von Haut-, Muskel- und Nervengewebe im betroffenen Bein.

Zudem können Blutgerinnsel in den Venen der Beine, die das Blut zum Herzen hin führen, zu einem Hindernis werden. Auch dies fördert die Entstehung von Entzündungen. „Gerade im Sommer sollten Menschen mit Durchblutungsstörungen ihre Füße besonders sorgfältig pflegen, um Schnittwunden, Blasen oder feuchte Stellen zu vermeiden", rät Prof. Ludwig. Enge Schuhe und einschnürende Socken sind dabei genauso schädlich wie direkte Hitzeeinwirkung durch Wärmflaschen, Heizkissen oder heiße Fußbäder. Auch das Sitzen im Schneidersitz und barfuß Gehen ist für Betroffene nicht ratsam, da es die Blutgefäße in den Kniekehlen abdrücken kann bzw. erhöhte Verletzungsgefahr birgt.