27.01.2013
Schlafmangel erhöht das Risiko für Stoffwechselstörungen
Dauerhaft zu wenig Schlaf kann zur Entwicklung bzw. Verschlechterung metabolischer Störungen beitragen. Darauf machen Experten vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) aufmerksam.
Zu wenig Schlaf kann die Entwicklung eines metabolischen Syndroms fördern. Davor warnen Experten vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). „Schlafen ist offenbar nicht nur zur Regeneration und für das Gehirn notwendig", erklärt Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des BDI und praktizierender Internist in einer Hamburger Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin. „Vielmehr kann chronischer Schlafmangel zur Entwicklung bzw. Verschlechterung metabolischer Störungen beitragen. Wer regelmäßig zu wenig schläft, hat z.B. ein deutlich erhöhtes Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken. Das belegt eine Studie aus Paris (siehe Journal of Hypertension, 2012, Band 30/7, Seite 1354-1363) mit über tausend Teilnehmern. Mehr als die Hälfte der Personen, die an Arbeitstagen weniger als fünf Stunden pro Nacht schliefen, wiesen erhöhte Blutdruckwerte auf. Bei den Personen, die sich immerhin sieben Stunden Schlaf pro Nacht gönnten, waren nur 30 Prozent von erhöhtem Blutdruck betroffen. Menschen, die regelmäßig nicht mehr als fünf Stunden pro Nacht schlafen, dürften daher ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben und sollten als eigene Risikogruppe angesehen werden. In einer anderen Studie (siehe Annuals of Internal Medicine, 2012, Band 157/8, Seite 549-57) wurde festgestellt, dass Schlafmangel die Empfindlichkeit gegenüber Insulin senken kann und damit das Risiko für die Entwicklung eines Diabetes erhöht."
Unabhängig von der Dauer sollte Schlafen vor allem erholsam sein
Selbst bei jungen und schlanken Testpersonen hat eine Schlafverkürzung (auf nur vier Stunden Schlaf pro Nacht für die Dauer von einer Woche) deutliche Folgen, wie man aus anderen Studien weiß: Der Kohlenhydratstoffwechsel verschlechtert sich, die Blutzuckerwerte (Glukose) steigen, die Produktion der Schilddrüsenhormone gerät durcheinander, und abends werden hohe Werte des Stresshormons Kortisol im Blut gemessen, die der Körper normalerweise erst in den frühen Morgenstunden ausschüttet. „Solche Veränderungen ähneln denen, die im Frühstadium der Zuckerkrankheit und häufig auch bei alten Menschen auftreten", erläutert Wesiack. „Ist das Schlafdefizit nur vorübergehend, kann der Körper das wieder ausgleichen. Wer allerdings ständig zu wenig schläft, dürfte seiner Gesundheit dauerhaft schaden und muss mit bleibenden Stoffwechselentgleisungen rechnen." Schlafmediziner empfehlen eine Schlafdauer von 7 - 8 Stunden pro Nacht. Allerdings kann das individuelle Schlafbedürfnis davon durchaus abweichen, da neben der Quantität auch die Schlafqualität ausschlaggebend ist. „Wichtig ist vor allem, dass man seinen Schlaf als erholsam empfindet", betont Wesiack.
