23.12.2008
Schlafstörungen begünstigen möglicherweise Diabetes
Wer regelmäßig schnarcht, ist möglicherweise besonders Diabetes-gefährdet...
Bisher vermuteten Wissenschaftler, dass Übergewicht die gemeinsame Ursache des obstruktiven Schlafapnoe -Syndroms und Typ-2-Diabetes ist. Neue Studien deuten darauf hin, dass sich beide Erkrankungen auch direkt gegenseitig begünstigen (Diabetologie und Stoffwechsel 2008, 3: Seite 241).
Eine Schlafapnoe behindert die Atemwege während des Schlafes. Betroffene haben kurze Atemstillstände während des Schlafes, schnarchen häufig, sind am Tag müde und leiden unter Sekundenschlaf, da sie in der Regel übergewichtig sind. Eine Schlafapnoe tritt häufig gemeinsam mit Diabetes auf. Sowohl Schlafapnoe- als auch Diabetes-Patienten leiden unter einer erhöhten Insulinresistenz. Einen Zusammenhang beider Erkrankungen nachzuweisen, hat sich trotzdem bisher als schwierig bzw. als unmöglich erwiesen. Bisher führten Wissenschaftler deshalb die erhöhte Insulinresistenz bei Schlafapnoe-Patienten auf das Übergewicht zurück.
Hilft Diabetes-Behandlung auch bei Schlafapnoe?
Diese Annahme ist nach aktuellen Studien nicht mehr ganz gesichert. Denn eine deutlich erhöhte Insulinresistenz fanden Forscher sowohl bei übergewichtigen als auch bei normalgewichtigen Schlafapnoe-Patienten. Um eindeutig auszuschließen, dass Übergewicht beide Krankheitsbilder unabhängig voneinander begünstigt, werden derzeit europaweit Studien mit größeren Patientenzahlen durchgeführt. Bestätigt sich der direkte Zusammenhang, könnten sich die Behandlungen von Diabetes und Schlafapnoe gegenseitig ergänzen.
Experten empfehlen Ärzten deshalb schon heute, auf Schnarchen und Tagesmüdigkeit bei Diabetes-Patienten zu achten. Bei übergewichtigen Patienten ist Gewichtsabnahme so immer schon vorrangig: Eine deutliche Verringerung des Gewichtes beeinflusst natürlich sowohl den Verlauf von Typ-2-Diabetes als auch einer Schlafapnoe günstig.
