26.05.2008

Schlechter Schutz durch Anti-Zecken-Mittel

Zecken-Sprays oder -Gele schützen nicht ausreichend vor den Blutsaugern...

Die meisten Sprays und Lotionen gegen Zecken sind nach Angaben von Stiftung Warentest ihr Geld nicht wert. Auf ihre Wirkdauer ist wenig Verlass. Manche schützen nur wenige Minuten vor den Blutsaugern. Die Stiftung Warentest hat für die Mai-Ausgabe ihrer Zeitschrift "test" 20 Anti-Zecken-Mittel geprüft, wie lange sie Schutz vor Zecken bieten. Das Ergebnis: Der von Herstellern versprochene lang anhaltende Schutz ist nicht garantiert.

12 Produkte erhielten das Qualitätsurteil "mangelhaft", 2 waren "ausreichend", 6 erhielten im Urteil ein "befriedigend". Die Mittel enthalten nicht nur chemisch synthetisierte, sondern zunehmend auch natürliche Wirkstoffe. Oft ist das Wirkprinzip unklar oder unbekannt. Der Analyse zufolge dürften 5 Produkte im Test mit natürlichen Wirkstoffen überhaupt nicht verkauft werden, denn sie haben keine gültige Registrierung als Biozid-Produkt.

Nach Aufenthalt im Freien Körper nach Zecken absuchen

Ab März werden mit der ersten Wärme die Zecken wieder aktiv. Sie können so die Infektionskrankheiten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Lyme-Borreliose übertragen. Auf Anti-Zecken-Mittel allein sollte man sich dabei also nicht verlassen. Sie wirken zeitlich mehr oder minder begrenzt und können nur eine ergänzende Hilfe sein. Besser schützen beispielsweise festes Schuhwerk, lange Hosen und langärmelige Pullover mit heller Farbe, auf denen man die Spinnentiere leicht erkennen kann. Wer im hohen Gras oder im Unterholz unterwegs ist, sollte später seinen gesamten Körper kontrollieren. Entdeckte Zecken sollen sofort entfernt werden, indem sie mit einer Pinzette hautnah gefasst und heraus gedreht werden, ohne sie zu quetschen.

Eine Impfung bietet nur Schutz vor einer Infektion mit FSME. Gegen die Erreger der Borreliose existiert noch keine Impfung, die Infektion kann aber mit Antibiotika behandelt werden. Typisches Kennzeichen einer Borreliose ist die so genannte „Wanderröte", ein roter Hautring um die Einstichstelle, der langsam über Tage nach außen wandert.