22.05.2007

Spezialfett soll bei Colitis ulcerosa die Darmschleimhaut stärken

Patienten mit Colitis ulcerosa können auf eine neue Behandlungsoption hoffen: Das Fett Phosphatidylcholin soll die Schleimbarriere im Darm stabilisieren, damit sie Bakterien und Entzündungsauslöser besser abwehren kann...

Viele Patienten mit Colitis ulcerosa produzieren im Darm bis zu 70% weniger Phosphatidylcholin, eines wichtigen Bestandteils der natürlichen Schleimschicht im Darm. Dadurch ist der Darm weniger gut gegen Eindringlinge geschützt.

Wie die Ärztezeitung berichtet, testen Heidelberger Wissenschaftler nun Phosphatidylcholin in einer Zulassungsstudie bei kortisonpflichtigen Colitis-Patienten. Die Substanz ist dabei in einer magensaftresistenten Kapsel verpackt, die erst im Dünndarm zerfällt und den Wirkstoff freisetzt. Zuvor konnten die Wissenschaftler in einer Pilotstudie zeigen, dass die Entzündung der Darmwand mit dem Spezialfett bei 54 von 60 Patienten, also bei 90% der Studienteilnehmer, innerhalb von 3 Monaten deutlich zurückging.

Für die Mediziner ist die Wirkung von Phosphatidylcholin vergleichbar mit der des Kortisons. Allerdings sei das Fett besser verträglich und löse weniger Nebenwirkungen aus. Ziel sei es nun, die Zulassung dieser neuen Behandlungsmethode zu erreichen.

Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED), bei der sich Darmwand entzündet ist. Dies führt zu starken Bauchschmerzen und Durchfall. Die Ursachen für die Entzündung sind noch nicht vollständig bekannt. Neben angeborenen Gendefekten könnten die Ernährung, psychische Erkrankungen oder Infektionen ebenfalls eine wichtige Rolle spielen.

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