19.07.2007

Stress kann die Bildung von Fettgewebe fördern

Stress aktiviert einen körpereigenen Botenstoff, der in Kombination mit fett- und kalorienreicher Ernährung Fettgewebe wachsen lässt...

Amerikanischen Forschern ist es erstmals gelungen, eine direkte Verbindung zwischen Stress und Übergewicht herzustellen. Sie konnten in einer Untersuchung an Mäusen zeigen, dass ein Botenstoff, das so genannte Neuropeptid Y, und sein Rezeptor durch Stress aktiviert werden und zur Bildung von Fettgewebe führen.

„Dies ist die erste Studie, die belegt, dass Stress direkt zur Bildung von neuem Fettgewebe führen kann", so Prof. Zukowska, einer der Autoren der Arbeit. Das Gehirn habe auf diesen Prozess keinen Einfluss, wie lange Zeit angenommen worden sei. Durch Injektionen des Neuropeptids legten die Mäuse deutlich an Gewicht zu und bildeten vor allem in der Bauchgegend neues Fettgewebe. Gaben die Wissenschaftler einen Hemmstoff mit dazu, konnten sie den Gewichtsanstieg dagegen bremsen.

Stress + Kalorien = übermäßige Gewichtszunahme

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Untersuchung war, dass Stress nur bei den Mäusen zu Übergewicht führte, die zuvor mit zucker- und fettreicher Nahrung gefüttert worden waren. Sie nahmen mehr als doppelt so stark zu wie stressfreie Tiere. Gestresste, aber normal ernährte Tiere nahmen dagegen nicht zu. „Stress alleine führt daher noch nicht zu Übergewicht. Erst in Verbindung mit einer ungesunden, kalorienreichen Ernährung fördert er das Wachstum von Fettgewebe", so die Wissenschaftler.

Die Forscher sind überzeugt, dass die Ergebnisse ihrer Arbeit auch auf Menschen übertragbar sind. So könnten beim Menschen Stressfaktoren, wie Konflikte am Arbeitsplatz, Eheprobleme oder auch Depressionen die Wirkung einer zu kalorienreichen Ernährung verstärken. Durch die Blockade von Neuropeptid Y könnten Mediziner künftig in der Lage sein, Erkrankungen wie Übergewicht oder das Metabolische Syndrom zu behandeln und Fettgewebe ohne Operation zu entfernen.

Quelle: Nature Medicine 2007, 13: S. 781-783

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