23.03.2014

Tägliche Bewegung kann Senioren auch vor Makuladegeneration schützen

Ein strammer Spaziergang pro Tag kann die Struktur und Funktion der Photorezeptoren in der Netzhaut vor degenerativen Abbauprozessen schützen und somit länger erhalten. Darauf weist der BDI hin.

Moderate körperliche Aktivität ist nicht nur gesund, z.B. im Hinblick auf die Vermeidung von Herz-Kreislauf-, Krebserkrankungen und Übergewicht, sondern kann auch eine altersbedingte Makuladegeneration vermeiden bzw. verzögern. Das ist eine Erkrankung der Netzhaut im Bereich des  schärfsten Sehens (Macula lutea), die eine der vorrangigen Ursachen für Blindheit im Alter darstellt. „Gemäßigtes körperliches Training ", erläutert Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) und praktizierender Internist in einer Hamburger Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin. Das haben US-Forscher an Mäusen nachgewiesen, die starkem Licht ausgesetzt wurden, was zu einem Absterben der lichtempfindlichen Sinneszellen in der Netzhaut führt. Mäuse, die fünfmal pro Woche täglich eine Stunde auf dem Laufrad verbringen konnten, wiesen zwei Wochen nach der Starklicht-Exposition im Vergleich zu inaktiven Mäusen die doppelte Anzahl an Photorezeptoren auf (siehe The Journal of Neuroscience 2014, Band 34(7), Seite: 2406-2412). Die Forscher führen diesen positiven, neuro-protektiven Effekt des aeroben Trainings auf die vermehrte Bildung eines Eiweißstoffes (namens BDNF, aus dem Englischen: Brain-derived neurotrophic factor) zurück, der mit Nervenwachstumsfaktoren eng verwandt ist. Im Experiment hatten trainierte Mäuse 20 Prozent mehr BDNF als untrainierte gebildet. „Selbst wenn die Ergebnisse der Studie bisher auf Tierversuchen beruhen und somit erst noch am Menschen nachvollzogen werden müssen, sind sie doch so vielversprechend, dass sie durchaus jetzt schon bei der Prävention Berücksichtigung finden sollten. Wie die Forscher betonen, ist das Laufradtraining der Mäuse in ihrer Studie für Menschen in etwa vergleichbar mit einem täglichen, strammen Spaziergang. Um sich vor einer Makuladegeneration zu schützen sind also keine Marathonläufe vonnöten", versichert Wesiack.

Quelle: äin-red

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