16.03.2009

Thrombosen müssen rasch behandelt werden

Wenn ein Bein angeschwollen ist, schmerzt und die Haut sich bläulich oder rot verfärbt, sollte sofort ein Arzt alarmiert werden...

Eine Verengung oder ein Verschluss der Beckenvenen durch ein Blutgerinnsel kann eine lebensgefährliche Lungenembolie auslösen. Zu ihr kommt es, wenn sich Teile des Gerinnsels lösen und über das Herz in die Lunge geschwemmt werden. Dort verstopfen sie Blutgefäße, so dass Teile der Lunge keinen Sauerstoff aufnehmen können. Dies führt zu Luftnot und häufig zum Tod.

Neben der Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten kann auch eine Operation die Durchblutungsblockade beheben, schreiben Mediziner in der Fachzeitschrift Deutsche Medizinische Wochenschrift (DMW 2008, 133: Seite 2510). Bei der Operation legen Chirurgen in der Leistenbeuge die Vene frei. Von dort aus wird das Blutgerinnsel mit einem Ballonkatheter oder einem Ringdraht aus der Beckenvene herausgezogen. Danach legen die Ärzte vorübergehend eine künstliche Verbindung mit einer Arterie an. Dies erhöht die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes in der wieder eröffneten Vene und verhindert in den meisten Fällen, dass sich erneut eine Thrombose bildet.

Folgeschäden durch Thrombosen

Heute werden den Experten zufolge Offenheitsraten von bis zu 89% erzielt. Die schnelle Beseitigung des Gerinnsels kann auch eine ansonsten häufige Komplikation der Thrombose verhindern, die Ärzte als postthrombotisches Syndrom bezeichnen. Zu ihr kommt es, weil der Blutstau die Venen weitet und langfristig die Venenklappen schädigt, die normalerweise einen Rückfluss des Blutes in die Beine verhindern. Einige Jahre nach der Thrombose erkrankt jeder 2. Patient an Ödemen und Krampfadern und leidet nicht selten unter "offenen" Beinen. Die rasche Entfernung des Thrombus kann Patienten dieses Schicksal ersparen. Die Operation gelingt jedoch nur, wenn die Thrombose nicht länger als 7 bis 10 Tage besteht. Danach verwächst das Gerinnsel fest mit der Gefäßwand und lässt sich nicht mehr lösen.

Trotz dieser Ergebnisse raten die ärztlichen Fachgesellschaften derzeit nur dann zur Operation, wenn der Patient jung ist, ausgedehnte Thrombosen hat oder ein Verlust des betroffenen Beins droht. Standardbehandlung ist dagegen heute die Gabe von Medikamenten, welche die Gerinnung des Blutes herabsetzen. Sie beugen der am meisten gefürchteten Frühkomplikation der Beckenvenenthrombose vor, der Lungenembolie. Die medikamentöse Therapie kann jedoch eine Lungenembolie in den meisten Fällen verhindern, auch die Häufigkeit des postthrombotischen Syndroms geht zurück.