01.12.2008

Viele fettleibige Patienten in deutschen Praxen

Den größten Anteil fettleibiger Menschen in Deutschland  hat Sachsen-Anhalt, den geringsten Baden-Württemberg...

In einer bundesweiten Studie mit 35.869 Patienten von 1.511 zufällig ausgewählten Hausarztpraxen waren 22,8% der Untersuchten fettleibig und hatten damit einen Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder mehr. Der BMI berechnet sich aus dem Gewicht geteilt durch das Quadrat der Körpergröße. In dieser Studie kommen auf 100 Fettleibige 50 Menschen mit Typ-2-Diabetes. Dabei zeigen sich jedoch überraschende regionale Unterschiede, die die Mediziner nicht erklären können.

Da sich in den vergangenen Jahren besonders der Taillenumfang als Indikator für mögliche Gesundheitsprobleme gezeigt hat, haben die Hausärzte auch hier nachgemessen: Spitzenreiter ist wiederum Sachsen- Anhalt, wo demnach mehr als 4 von 10 Studienteilnehmern (42,1%) deutlich zu dick sind. Mecklenburg-Vorpommern liegt hierbei mit 36,7% nur knapp über dem Bundesschnitt (36,5). Der Stadtstaat Hamburg hat mit 30,5% den geringsten Anteil Dicker. Als Maß diente den Forschern in diesem Fall ein Taillenumfang von mehr als 102 Zentimetern bei Männern und mehr als 88 Zentimetern bei Frauen.

Nord-Süd-Gefälle bei Übergewicht

Insgesamt ist in der Nordosthälfte Deutschlands Fettleibigkeit häufiger: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen stellen das obere Drittel der Länderliste. Eine Ausnahme bilden Schleswig-Holstein sowie die Stadtstaaten Hamburg und Bremen, die sich gemeinsam mit Hessen und Baden-Württemberg im unteren Drittel der Liste finden. Sowohl Fettleibigkeit als auch ein erhöhter Taillenumfang traten bei älteren Patienten häufiger auf. Bei den Berechnungen der Häufigkeiten wurden daher die unterschiedlichen Alters- und Geschlechtsprofile der Bundesländer miteinbezogen und die Daten damit auf einen gemeinsamen Standard gebracht.

Bundesland

Fettleibige in Praxen (%)Diabetiker in Praxen (%) Baden-Württemberg20,011,1Bayern23,012,1Berlin23,112,1

Brandenburg

26,113,8Bremen19,89,5Hamburg21,47,5Hessen21,610,5

Mecklenburg-Vorpommern

25,213,2

Niedersachsen

24,39,4

Nordrhein-Westfalen

23,010,8

Rheinland-Pfalz

21,711,2

Saarland

23,39,4

Sachsen

21,615,8

Sachsen-Anhalt

28,314,7

Schleswig-Holstein

20,38,0

Thüringen

23,911,4