01.04.2012

Vor Reisen nach Afrika Impfung gegen Meningitis dringend angeraten

WHO meldet aktuelle Meningitis-Epidemie in 14 afrikanischen Ländern: Wer nach Afrika reisen möchte, sollte sich unbedingt gegen Meningokokken-Meningitis impfen lassen.

Wer nach Afrika reisen möchte - insbesondere in Länder des so genannten Meningitis-Gürtels, sollte sich unbedingt gegen Meningokokken-Meningitis impfen lassen. Dazu raten die Internisten vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). „Meningokokken sind Bakterien der Art Neisseria meningitidis, die durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden und schwere Erkrankungen wie Hirnhautentzündung (Meningitis) und Blutvergiftung (Sepsis) auslösen können", erklärt Prof. Thomas Löscher von der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und Infektionsexperte des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI).

Bereits über 600 Tote seit Beginn des Jahres
Die Erreger verursachen in Afrika insbesondere im so genannten Meningitis-Gürtel regelmäßig schwere Epidemien. Dieser Gürtel liegt im tropischen Afrika und erstreckt sich in einem Streifen südlich der Sahara von Guinea im Westen bis nach Äthiopien im Osten. „Nach Angaben der WHO sind im Meningitis-Gürtel aufgrund eines aktuellen Ausbruches innerhalb der ersten zehn Wochen des Jahres 2012 bereits 639 Menschen an den Folgen einer Infektion mit Meningitis gestorben", berichtet Löscher. „Zudem hat die WHO 6.700 Verdachtsfälle von Meningitisinfekten in bislang 14 Ländern registriert. Betroffen - und jetzt unter verstärkter Beobachtung stehend - sind: Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Kongo, Mali, Niger, Nigeria, Sudan, Togo, Tschad und Zentralafrikanische Republik. Auch die Serogruppe des aktuellen Ausbruchs konnte genauer bestimmt werden: Meningokokken der Gruppe W135 sind diesmal die hauptsächlichen Verursacher, nur im Tschad überwiegen Meningokokken der Gruppe  A. Zum Glück stehen uns je nach Serogruppe  verschiedene Impfstoffe zur Verfügung, darunter auch ein Vierfachimpfstoff ACYW135, der gegen vier Serogruppen zugleich schützt. Wer beabsichtigt, eines der Länder im Meningitis-Gürtel zu bereisen, sollte also unbedingt seinen Impfstatus überprüfen und gegebenenfalls auffrischen lassen", rät Löscher.