12.01.2012
Warnung vor Tätowierung und Piercings auf Reisen in Entwicklungsländer
Reisende sollten sich vor Tatoos und Piercings in Acht nehmen, vor allem in Ländern, die keine strikten Hygieneregeln befolgen. Davor warnen die Internisten vom BDI.
Die Gesundheitsbehörden in Australien warnen vor Gesundheitsgefahren für Reisende durch Tätowierungen und Piercings. Anlass ist eine HIV-Infektion bei einem australischen Reisenden, die offensichtlich durch eine Tätowierung in Bali erworben wurde. „Vielen Reisenden ist nicht bewusst, dass Infektionen wie HIV, Hepatitis B und Hepatitis C nicht nur durch ungeschützte Sexualkontakte, sondern auch durch Tätowierung oder Piercings übertragen werden können", erläutert Prof. Thomas Löscher von der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und Infektionsexperte des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI). So wurden für die während des Jahres 2010 am Robert Koch-Institut gemeldeten Fälle von Hepatitis C in mehr als 20% der neu diagnostizierten Fälle Tätowierungen oder Injektionen im Ausland als wahrscheinliche Ursache angegeben.
Fehlende Hygienevorschriften bergen vielfältige Infektionsrisiken
Während genehmigte Tattoo- und Piercing-Studios in Deutschland relativ strikten Hygienevorschriften unterliegen, fehlen entsprechende Standards in den meisten Entwicklungsländern. „Ein Infektionsrisiko kann auch bei Akupunktur, Schönheitsoperationen, Rasuren mit wiederverwendeten Rasierklingen, Maniküre, Pediküre und anderen Behandlungen mit möglicherweise Blut-kontaminierten Instrumenten bestehen", warnt Prof. Löscher. „Während man sich vor Hepatitis B durch eine Impfung wirksam schützen kann, ist dies bei HIV und Hepatitis C nicht möglich. Hier bleibt als vorbeugende Maßnahme nur der Verzicht auf derartige Eingriffe, wenn die hygienischen Voraussetzungen unsicher oder fraglich sind."
