12.02.2014

Was Darmentzündungen beeinflusst

Stress und psychische Belastungen verschlechtern den Krankheitsverlauf von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, auch Flugreisen und Höhenaufenthalte können zu Entzündungsschüben führen. 

Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit, Darmblutungen und Kraftlosigkeit - chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) breiten sich immer weiter aus. Die Krankheit, im Englischen Inflammatory Bowel Disease (IBD) genannt, betrifft vorwiegend junge Menschen und breitet sich immer weiter aus. Weltweit leiden heute 2,5 Millionen Menschen an den beiden häufigsten Formen von CED - der chronischen Entzündungen des ganzen Darmes (Morbus Crohn) und des Dickdarmes (Colitis ulcerosa).

Die Ausbreitung von CED dürfte mit den hohen Hygienestandards der westlichen Welt zu tun haben. Viele Zusammenhänge bei der Entstehung der Krankheit bleiben jedoch bis heute ein Rätsel. CED werden durch Umweltfaktoren ausgelöst, aber jeder Mensch besitzt gleichzeitig auch ein bestimmtes genetisches Risiko, daran zu erkranken. Im besseren Verständnis der Wechselwirkungen von Umweltfaktoren mit bestimmten Genen des Immunsystems liegt der Schlüssel, um erfolgreiche Therapien zu entwickeln. „Je mehr Zusammenhänge bekannt sind, desto besser können Patienten zum Beispiel Entzündungsschübe verhindern - etwa, indem sie die Risiken, die zu einer Verschlechterung des Krankheitsverlaufs führen, vermeiden", sagt Prof. Gerhard Rogler, Leitender Arzt an der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie am UniversitätsSpital Zürich und Studienleiter der Swiss IBD Cohort Study. Bislang haben Rogler und seine Mitarbeiter diverse psychosoziale und klinische Daten ausgewertet und die an der Studie teilnehmenden CED-Patienten hinsichtlich ihrer genetischen Risikofaktoren charakterisiert. Dabei konnten sie wichtige Erkenntnisse gewinnen: So führen etwa Stress und psychische Belastungen zu einem schlechteren Krankheitsverlauf. Außerdem können Flugreisen und Höhenaufenthalte über 2.000 Meter zu Entzündungsschüben führen.

Im nächsten Schritt geht es nun darum, detailliert zu untersuchen, welche weiteren Umweltfaktoren die Erkrankung beeinflussen. Insbesondere soll genauer erforscht werden, wie die Umwelt die Zusammensetzung der Darmflora der Patienten verändert und hierüber zur Entzündung beiträgt. Die Darmflora scheint als Vermittler zwischen Umwelt und Immunsystem zu fungieren, weshalb ihr bei der Behandllung, aber auch bei der Auslösung von Darmentzündungen eine zentrale Rolle zukommt.

Quelle: UniversitätsSpital Zürich