11.11.2020

Wer hat eine hohe Sterblichkeit an COVID-19?

Welche Begleit- und Vorerkrankungen mit einer erhöhten Sterblichkeit bei COVID-19 verbunden sind, haben Forscher in England nach der Analyse einer großen Patientendatenbank ermittelt.

Im Rahmen einer Datenbankanalyse in England (sog. OpenSAFELY-Analyse) wurden die Daten von 17.278.392 Erwachsenen im Alter über 18 Jahre mit denen von 10.926 Patienten verknüpft, die im Rahmen von an Covid-19 verstorben waren (siehe Nature 2020, Band 584, Seite: 430–436). Mithilfe statistischer Analysen wurden dann diejenigen Begleit- und Vorerkrankungen ermittelt, die mit einer erhöhten Mortalität verbunden waren.

Folgende Eigenschaften sind mit einer erhöhten Sterblichkeit bei Covid-19 assoziiert:

  •  Alter über 60 Jahre
  •  männliches Geschlecht
  •  Übergewicht mit einem Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 35 kg/m²
  • Diabetes mellitus
  • Nierenfunktionsstörungen (mit einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate von weniger als 30)
  • ein vorausgegangener Schlaganfall oder eine bestehende demenzielle Erkrankung
  • andere bestehende neurologische Erkrankungen
  •  Erkrankungen, die mit einer Immunsuppression oder entsprechender Therapie einhergingen

Gefährdete Patienten, die ein erhöhtes Mortalitätsrisiko haben, sollten früh identifiziert und intensiv überwacht und behandelt werden, schlussfolgert Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener aus Essen in seinem Kommentar zur Studie. Im Moment sei allerdings noch unklar, inwieweit spezifische Therapien wie Remdesivir oder Dexamethason einen Einfluss auf die Sterblichkeit in Abhängigkeit von Begleit- oder Vorerkrankungen haben.

Quelle: Springer Medizin am 20.9.2020

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