11.11.2012

Wichtige Hinweise für Diabetiker auf Flugreisen

Anlässlich des Welt-Diabetes-Tags am 14.11. gibt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) wichtige Hinweise darauf, was Diabetiker auf Flugreisen beachten sollten.

Ganzkörperscanner und Durchleuchtungsgeräte, die auf Flughäfen aus Sicherheitsgründen eingesetzt werden,  können medizinische Gerätschaften beschädigen, auf die viele Diabetiker allerdings angewiesen sind – wie zum Beispiel Insulinpumpen oder Blutzuckerspiegelmonitore. Davor warnen Mediziner vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) anlässlich des Welt-Diabetes-Tags am 14. November. „Insbesondere der Motor einer Insulin-Pumpe oder eines Blutzuckerspiegel-Monitors kann bei der Passage durch einen Handgepäckscanner elektromagnetisch beeinflusst und dadurch in seiner Funktionsweise gestört werden. Patienten mit Diabetes sollten sich daher vor einer Flugreise von Ihrem behandelnden Arzt einen Beleg ausstellen lassen, dass sie aus medizinischen Gründen zum Mitführen eines solchen Gerätes berechtigt sind, damit es nicht  unnötigerweise durchleuchtet werden muss“, rät Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) und praktizierender Internist in einer Hamburger Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin.

Druckabfall in der Kabine kann bei Insulin-Pumpen-Trägern zu Unterzuckerung führen

Diabetiker-Geräte sind äußerst empfindlich, daher können auch die Druckbedingungen in der Flugzeugkabine ein mögliches Risiko darstellen. „In einer Studie wurde experimentell aufgezeigt, dass die Luftdruckveränderungen während eines Flugs die Insulin-Abgabe von Insulin-Pumpen beeinflussen können“, berichtet Wesiack. „So kommt es beim Flugzeugstart zu einem Druckabfall in der Kabine, der die Insulin-Abgabe steigern kann, beim Landen hingegen zu einem Druckanstieg, der die Abgabe drosseln kann.  Offenbar klagen manche Patienten mit Typ I- Diabetes aus diesem Grund gelegentlich über eine Unter- bzw. Überzuckerung auf Flugreisen. Solche Veränderungen der Insulin-Abgabe müssen zwar nicht gravierend sein und betragen maximal wahrscheinlich nur eine Einheit nach oben oder unten, was in etwa den Variationen des Blutzuckerspiegels gleichkommen dürfte, die bei Diabetikern generell auf Reisen auch infolge von Stress (wie z.B. wegen Zeitdruckes bei der Anreise zum Flughafen) und veränderten Mahl- bzw. Essenzeiten auftreten können. Trotzdem sollten Träger von Insulin-Pumpen, wenn sie ganz sicher gehen wollen,  vorsichtshalber vor dem Start des Flugzeugs den Schlauch der Insulin-Pumpe vom Körper trennen und die Ampulle erst nach Erreichen der vollen Flughöhe wieder anschließen. Falls sich in der Ampulle Luftblasen gebildet haben sollten, sind diese natürlich zuvor zu entfernen. Genauso: nach der Landung angesichts einer möglichen Minderversorgung mit Insulin die Pumpe vom Schlauchsystem trennen, zwei Einheiten leer abpumpen und erst dann den Schlauch wieder an die Pumpe anschließen.“