02.12.2009
Wie Blutvergiftungen im Krankenhaus bekämpft werden können
Die Anfangssymptome einer Blutvergiftung wie hohes Fieber, schnellerer Herzschlag und Verwirrtheit werden oft nicht rechtzeitig erkannt...
Jährlich sterben in deutschen Krankenhäusern mehr als 40.000 Menschen durch eine Blutvergiftung (Sepsis). Die Sepsis ist die aggressivste Form einer Infektion, hervorgerufen durch Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze und deren Gifte. Innerhalb weniger Stunden weisen alle lebenswichtigen Organe des Menschen Entzündungszeichen auf und drohen zu versagen. Frühe und oft im Krankenhausalltag verkannte Symptome einer Sepsis sind hohes Fieber, beschleunigte Atmung, schnellerer Herzschlag bei niedrigem Blutdruck sowie Verwirrtheit.
Mittels eines standardisierten Sofortmaßnahmekataloges ähnlich wie in der Notfallmedizin wurde vor zwei Jahren in Greifswald begonnen, die übliche und hohe Sterblichkeitsrate bei einer Blutvergiftung zu senken. Bei einer Sepsis gilt wie bei einem Herzinfarkt oder schwerem Unfall: Jede Minute zählt! Klare Handlungsrichtlinien und umgehendes ärztliches Eingreifen sollen helfen Leben zu retten. Eine Blutvergiftung kann jeder bekommen; über die Hälfte der Betroffenen stirbt daran. "Wird die Krankheit rechtzeitig erkannt und werden umgehend die richtigen Schritte eingeleitet, bestehen gute Chancen auf ein Überleben und eine vollständige Heilung", betonte Gründling.
Die Anzahl der allein in den letzten beiden Jahren am Standort Greifswald geretteten Patienten, die sich mit einer Blutvergiftung infiziert hatten, ist eine klare Bestätigung für die gewählte Strategie.
