Diabetischer Fuß: Prognose & Vorsorge

Prognose & Verlauf des diabetischen Fußes

Die Heilungsaussichten von Geschwüren oder Verletzungen bei einem diabetischen Fuß hängen von ihrem Ort und von ihrer Größe ab: Kleine Wunden heilen bei normaler Durchblutung des Fußes in der Regel gut. Verletzungen an ungünstigen Stellen, wie z.B. oberhalb von Gelenken, können sich dagegen in das darunter liegende Gewebe ausbreiten. Im Schnitt heilen Wunden bei einem diabetischen Fuß nach vier Monaten ab, oft bleiben sie aber über Jahre bestehen. In etwa 15% der Fälle verheilen sie sogar überhaupt nicht.

Je früher ein diabetischer Fuß erkannt und behandelt wird, desto höher sind die Erfolgsaussichten einer Behandlung. Generell beeinflusst die Durchblutung des Fußes die Heilung maßgeblich: Bei einem Knöcheldruck von mehr als 70 mmHg sind die Heilungschancen relativ gut, bei niedrigen Werten unter 40 bis 50 mmHg dauert die Heilung dagegen länger.

Vorsorge gegen diabetische Füße

Diabetiker sollten ihren Füßen besondere Sorgfalt zukommen lassen. Untersuchen Sie beispielsweise täglich Ihre Fußsohlen und Zehenzwischenräume und achten Sie auf Druckstellen, Hautrötungen, Blasen, Hauteinrisse, Nagelveränderungen und Hornhautstellen. Ein Handspiegel kann Ihnen dies erleichtern. Scheuen Sie sich auch nicht, Angehörige um Hilfe zu bitten. Überprüfen Sie zudem Ihre Schuhe auf Unebenheiten, die Druckstellen verursachen könnten. Alle drei Monate sollten die Füße von einem Arzt untersucht werden, bei Verletzungen noch häufiger.

So können Sie Fußverletzungen vorbeugen:

  • Wechseln Sie täglich Socken und Strümpfe. Diese sollten einen hohen Naturfasergehalt, z. B. aus Baumwolle, aufweisen und zur Desinfektion mindestens bei 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden.
  • Tragen Sie bequeme und nicht zu enge Schuhe. Überprüfen Sie Ihr Schuhwerk regelmäßig auf Unebenheiten, Nägel, Steinchen oder loses Futter.
  • Achten Sie beim Schuhkauf auf breite, nicht zu flache (aber auch nicht zu hohe) Schuhe. Sinnvoll ist es auch, die Schuhe am Nachmittag zu kaufen, wenn die Füße sowieso etwas geschwollen sind. So vermeiden Sie, die neuen Schuhe zu eng einzukaufen, so dass sie drücken.
  • Tragen Sie neue Schuhe, vor allem Wander- und Skischuhe, zunächst nur stundenweise, damit sich die Fußform allmählich anpassen kann.
  • Tragen Sie möglichst keine Gummi- oder Turnschuhe - sie steigern die Bildung von Fußschweiß.
  • Bei Fußdeformierungen wie Hammerzehen oder Überbeinen sollten orthopädische Schuhe getragen werden. Benutzen Sie bei Spreiz- oder Plattfuß spezielle Einlagen, um den Fuß zu stützen.
  • Laufen Sie möglichst wenig barfuß: In Hallenbädern und Hotelzimmern beispielsweise drohen Fußpilzinfektionen, am Strand können herumliegende Scherben oder Muschelteile zu Verletzungen führen. Vor allem Patienten mit Nerven- oder Durchblutungsstörungen sollten nie barfuß laufen.


Experte: Wissenschaftliche Beratung und Ausarbeitung: Prof. Eberhard Standl, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern Meyer, J. et al (Hrsg.)
Elsevier 5/2017

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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