Gürtelrose: Therapie

Akute Gürtelrose

Die Behandlung der Gürtelrose sollte möglichst frühzeitig begonnen werden, am besten innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten der Hautveränderungen bzw. so lange noch frische Bläschen vorhanden sind. Danach vermehren sich die Viren meist nicht mehr, und der Patient befindet sich bereits in der Heilungsphase. Über 50-jährige Patienten, immungeschwächte Personen und komplizierte Fälle (bei Organbeteiligung oder Befall des Gesichts) werden jedoch immer behandelt. Als Medikamente werden verschiedene so genannte Virustatika eingesetzt. Bei Patienten mit unkompliziertem Verlauf ist neben der sorgfältigen Hautpflege eine orale antivirale Therapie, z.B. mit Aciclovir, Famciclovir, Valaciclovir oder Brivudin ausreichend. Bei Immungeschwächten mit schwerer Erkrankung muss Aciclovir als Infusion verabreicht werden.

Bei frühzeitiger Therapie wird die Heilung der Läsionen und die Linderung des mit Herpes zoster assoziierten Schmerzes beschleunigt sowie das Risiko für das Auftreten einer Post-Zoster-Neuralgie verringert. Bei starken Schmerzen werden zusätzlich Schmerzmittel verabreicht, desinfizierende Puder verhindern eine Infektion der Bläschen und lindern den Juckreiz. Bei bakterieller Infektion der Bläschen können zusätzlich Antibiotika erforderlich sein.

Post-Zoster-Neuralgie (PZN)

Die Nervenschäden, die zur Post-Zoster-Neuralgie führen, können nicht rückgängig gemacht werden. Es gibt aber eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, welche die Symptome lindern. Je nach Art und Ausprägung des Schmerzes verschreibt der Arzt verschiedene Medikamente, die je nach Therapieerfolg oder Misserfolg nach einem speziellen therapeutischen Stufenplan verabreicht werden.

Zum Einsatz kommen nicht nur übliche Schmerzmittel sondern auch Mittel gegen Depressionen. Sie werden jedoch niedriger dosiert als bei depressiven Erkrankungen. Diese Wirkstoffe unterdrücken die Weiterleitung von Schmerzsignalen im Rückenmark. Die Schmerzlinderung setzt nach einigen Tagen bis 2 Wochen ein. Bestimmte Mittel gegen Krampfanfälle dämpfen die Erregbarkeit von Nervenzellen und wirken daher auch bei Nervenschmerzen nach einer Gürtelrose.

Begleitend kann Capsaicin als Salbe oder Pflaster auf die Haut aufgetragen werden. Capsaicin ist ein Bestandteil des Chili-Pfeffers. Das starke Brennen zerstört die „Schmerz-Antennen" in der Haut, wirkt aber oft erst nach mehreren Wochen. Eine Alternative ist eine örtlich betäubende Lidocain-Creme. Bei hartnäckigen Schmerzen können auch Opiat-ähnliche Medikamente versucht werden oder es kann eine TENS-Behandlung durchgeführt werden (transkutane elektrische Nervenstimulation): Der Patient trägt dabei ein kleines Gerät, das über eine Elektrode mit der schmerzhaften Hautregion verbunden ist. Bei Bedarf kann der Patient elektrische Impulse abgeben, die die Hautnerven reizen und dadurch die Schmerzempfindungen lindern. In einigen Fällen kann auch eine begleitende Psychotherapie erforderlich werden.

Experte: Wissenschaftliche Beratung & Ausarbeitung: Prof. Thomas Löscher, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Hrsg.: J. Meyer et al. ; Elsevier, 5/2018

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