Was ist eine Gürtelrose?

Bei der Gürtelrose - auch Herpes zoster oder nur Zoster (altgriechisch: der Gürtel) genannt - handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die die Haut und Nerven betrifft. Auslöser ist das Varicella-Zoster-Virus aus der Gruppe der Herpes-Viren. Dieses Virus ist auch der Erreger der Windpocken. Nach einer überstandenen Windpocken-Erkrankung verbleibt ein Teil der Erreger im Körper inaktiv, aber lebensfähig. So können die Viren nach Jahren, z. B. aufgrund geschwächter Abwehrkräfte, wieder reaktiviert werden und eine Gürtelrose verursachen. Sie tritt nur bei Menschen auf, die bereits Windpocken hatten. Der schmerzhafte Ausschlag der Gürtelrose betrifft im Gegensatz zur Windpocken-Erkrankung meist nur ein einzelnes Hautsegment. Herpes zoster äußert sich typischerweise zunächst durch brennende und/oder bohrende bis schneidende Schmerzen, bevorzugt im Rumpf-, Hals- oder Schulterbereich. Bei Kindern und jungen Menschen bleibt der Schmerz jedoch meist aus. Einige Tage später erscheinen zumeist in bandförmiger Anordnung auf einer Körperseite flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die das Varicella-Zoster-Virus enthalten. Dieses kann auf andere Personen übertragen werden kann, die bei fehlender Immunität dann an Windpocken erkranken können. Nach 2-4 Wochen heilt die Gürtelrose bei entsprechender Behandlung spontan ab. Jeder 10. Patient leidet noch einige Monate nach dem Abklingen der Gürtelrose unter starken Schmerzen. In diesen Fällen liegt vermutlich eine anhaltende Nervenschädigung vor. Sie kann in eine so genannte Post-Zoster-Neuralgie (PZN) übergehen und sollte von einem Neurologen/Nervenarzt/Schmerztherapeuten behandelt werden.

Experte: Wissenschaftliche Beratung & Ausarbeitung: Prof. Thomas Löscher, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Hrsg.: J. Meyer et al. ; Elsevier, 5/2018

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