Morbus Crohn: Erste Anzeichen & Symptome

Erste Anzeichen

Der Morbus Crohn beginnt häufig schleichend. Die Betroffenen leiden unter Bauchschmerzen, Blähungen und bekommen Durchfälle. Zu Beginn haben die Patienten meist 3-6 weiche Stühle während des Tages und in der Nacht. Viele Patienten fühlen sich müde und abgeschlagen.

Symptome

Beim Morbus Crohn entzündet sich die Schleimhaut des Verdauungstraktes. Im Gegensatz zur Colitis ulcerosa, bei der sich nur die oberflächlichen Schleimhautschichten entzünden, breitet sich der Entzündungs-Prozess beim Morbus Crohn auch auf die tieferen Schichten der Darmwand aus. Neben der Darmwand können auch umliegende Strukturen wie Lymphknoten und die Befestigung des Darms (Mesenterium) betroffen sein. Die Krankheit kann an jeder Stelle des Verdauungstraktes (s. Tabelle) vom Mund bis zum After auftreten. Am häufigsten sind der letzte Teil des Dünndarmes und der Dickdarm befallen. Die Erkrankung breitet sich nicht kontinuierlich, sondern abschnittsweise aus: Gesunde Darmabschnitte wechseln mit entzündeten Darmabschnitten ab.

Die Erkrankung verläuft schubweise: Phasen mit mehr oder weniger starken Beschwerden wechseln dabei mit Phasen ab, in denen der Patient keine oder nur wenige Symptome hat. Bei einem akuten Schub haben die Patienten Bauchschmerzen und Durchfälle. Die Bauchschmerzen sind oft im rechten Unterbauch am stärksten. Dort befindet sich der letzte Abschnitt des Dünndarms (terminales Ileum), der bei vielen Patienten entzündet ist. Die Schmerzen können aber auch in anderen Regionen des Bauches auftreten. Einige Patienten beschreiben die Schmerzen als krampfartig. Manchmal erscheinen sie diffus im gesamten Bauch, manchmal punktuell.

Während bei der Colitis ulcerosa die Durchfälle häufig blutig sind, enthalten sie beim Morbus Crohn meist kein Blut (s.a. Tabelle mit weiteren Unterschieden). Außerdem leiden viele Patienten unter Übelkeit, Erbrechen oder Appetitlosigkeit. Einige Patienten verlieren Gewicht, haben Fieber oder eine erhöhte Temperatur. Sind Darmabschnitte befallen, in denen Nahrung aufgenommen wird, können Mangelerscheinungen (z. B. Vitamin B12-Mangel) oder Verdauungsstörungen auftreten.

Tabelle:

Organ

Häufigkeit des Befalles (%)

Speiseröhre (Öesophagus)

0,5

Magen

6

Zwölffingerdarm (Duodenum)

4,5

Dünndarm (Jejunum, Ileum)

3

Letzte Dünndarmschlinge (terminales Ileum)

87

Dickdarm (Kolon = Grimmdarm)

68,5

Mastdarm (Rektum)

20,8

Experte: Wiss. Beratung & Ausarbeitung: Dr. Martin Strauch, Neubiberg

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Meyer, J. et al. (Hrsg.); Elsevier 5/2017
S3-Leitlinie der DGVS „Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn“ (2014): https://www.dgvs.de/wissen-kompakt/leitlinien/leitlinien-der-dgvs/morbus-crohn/

Letzte Aktualisierung: 18.08.2017

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