07.11.2010
Anhaltende Halsschmerzen können auf Entzündung der Schilddrüse hindeuten
Wenn Halsschmerzen lange andauern oder Schmerzen am äußeren Halsbereich auftreten, liegt möglicherweise eine Entzündung der Schilddrüse vor...
Dauerhafte Halsschmerzen sind nicht immer Folge einer harmlosen Erkältung, sie können auch auf eine Entzündung der Schilddrüse hindeuten. „Eine geschwollene und druckempfindliche Schilddrüse sollte von einem Spezialisten untersucht werden", rät Dr. Wolfgang Wesiack vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Typische Symptome einer akuten Schilddrüsenentzündung sind starke Schmerzen im Bereich des Kehlkopfs, die bis in den gesamten Kopf oder in die Brust ausstrahlen können. „Bei einer entzündeten Schilddrüse können die Schmerzen häufig nicht genau lokalisiert werden. Dadurch werden die Beschwerden leicht mit einer Entzündung der Rachenschleimhaut, der Nase, der Ohren oder der Mandeln verwechselt", erklärt Dr. Wesiack. „Anders als bei einer gewöhnlichen Erkältung klingen die Symptome jedoch nicht nach ein paar Tagen wieder ab und die Betroffenen fühlen sich schwer krank."
Nicht jede Schilddrüsenentzündung ist jedoch mit Schmerzen verbunden. Eine so genannte Hashimoto-Entzündung verläuft schmerzfrei. „Diese Autoimmunerkrankung löst zunächst eine Überfunktion und danach eine Unterfunktion der Schilddrüse aus und schädigt dadurch die hormonbildenden Schilddrüsenzellen - Gewichtszunahme, Verstopfung sowie trockene Haut und spröde Haare können die Folge sein", erläutert Dr. Wesiack. Eine Riesenzell-Thyreoiditis, auch Thyreoiditis de Quervain genannt, ist dagegen schmerzhaft. Auch diese Entzündungsform führt zuerst zu einer Überfunktion der Schilddrüse und bewirkt Gewichtsverlust, Nervosität, Hitzewallungen und Herzrasen und geht schließlich in eine Schilddrüsenunterfunktion über.
Bei einer Riesenzell-Thyreoiditis verschreibt der Arzt entzündungshemmende Medikamente, in schweren Fällen auch Kortison. Eine Hashimoto-Entzündung lässt sich dagegen ursächlich nicht mit Medikamenten behandeln. „In jedem Fall ist es wichtig, bei Verdacht auf eine Schilddrüsenentzündung einen Internisten oder Endokrinologen aufzusuchen. Dieser kann dann die Folgen der gestörten Hormonproduktion behandeln, bevor sie schwere Schäden hervorruft", empfiehlt Dr. Wesiack.
