03.08.2010

Behandlungserfolg bei Rheumatoider Arthritis testen

Ob eine Behandlung mit bestimmten Medikamenten (TNF-Blockern) bei Rheumatoider Arthritis erfolgreich sein wird, dürfte sich künftig bereits vor Behandlungsbeginn testen lassen.

Deutsche Rheumatologen um Dr. Bruno Stuhlmüller von der Berliner Charité haben ein neues Testverfahren für Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) entwickelt, das auf dem Nachweis der Aktivität eines bestimmten Gens (CD11c) beruht. Dieser Test ermöglicht es vorherzusagen, ob die Behandlung mit dem TNF-Blocker Adalimumab wirksam anschlagen wird (siehe Clinical Phamacology & Therapeutics (2010, Band 87/3, Seite: 311-321). Unter den Patienten mit RA gibt es immer auch einzelne Non-Responder, also solche, die Gen-Variationen aufweisen, so dass bei ihnen manche der üblicherweise eingesetzten Medikamente nicht wie gewünscht helfen. Wenn es gelingt, solche Non-Responder bereits vor Behandlungsbeginn zu erkennen, lassen sich sowohl Therapiekosten einsparen als auch unerwünschte Nebenwirkungen vermeiden. Außerdem könnten die Betroffenen so früh wie möglich auf eine alternative Behandlungsform umgestellt werden, die für sie besser geeignet ist.

Patienten mit RA weisen erhöhte TNF-Spiegel auf, was unter anderem zu den schmerzhaften Entzündungen ihrer Gelenke führt. Tumornekrosefaktor (TNF) ist ein Signalstoff (Zytokin) des Immunsystems, der bei lokalen und systemischen Entzündungen beteiligt ist. TNF wird hauptsächlich von Makrophagen (einer Art Fresszellen) ausgeschüttet, um die Aktivität verschiedener Immunzellen zu regeln. TNF kann z.B. die Ausschüttung anderer Zytokine anregen, die Vermehrung und Differenzierung von Zellen beeinflussen, aber auch deren Absterben (Zelltod) verursachen.

TNF-Blocker sind gegen TNF gerichtete Antikörper, die TNF gezielt hemmen. Allerdings wirken sie nur bei Patienten, bei denen das Gen CD11c besonders aktiv ist, was bei rund 60 % der Patienten der Fall ist. Stuhlmüller und seine Mitarbeiter haben nun nachgewiesen, dass hohe CD11c-Spiegel vor Therapiebeginn ein gutes Ansprechen auf den TNF-Blocker Adalimumab signalisieren. Leider traf dies nicht für andere Medikamente (Methotrexat, MTX) bzw. in Kombination mit anderen Medikamenten (Adalimumab plus MTX) zu. Insofern scheint sich die Vorhersagefähigkeit eines Behandlungserfolges bei dem neuen Testverfahren auf die TNF-Monotherapie zu beschränken. Die Wissenschaftler wollen jetzt untersuchen, ob und welche weiteren TNF-Blocker außer Adalimumab für den Test geeignet sind.