12.02.2021

COVID-19 bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Zunehmendes Alter, Begleiterkrankungen und systemische Kortikosteroide könne bei Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) das Risiko für einen schweren Verlauf erhöhen.

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Um die Auswirkungen einer COVID-19-Erkrankung auf Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) zu charakterisieren, hat ein internationales Wissenschaftler-Team das SECURE-IBD-Register herangezogen, ein großes internationales Register, das der Ergebnisüberwachung von CED-Patienten mit bestätigtem COVID-19 dient (siehe Gastroenterology, Online-Veröffentlichung am 1.8.2020). Die Autoren berechneten die altersstandardisierten Mortalitätsraten und identifizierten Faktoren, die mit schwerem COVID-19 assoziiert sind (definiert als Einweisung auf die Intensivstation, Anwendung von Beatmungsgeräten und/oder Tod).

Ergebnisse: Es wurden 525 Fälle aus 33 Ländern gemeldet (47% Frauen und 53% Männer, medianes Alter: 43 Jahre). Insgesamt 37 (7%) hatten eine schwere SARS-CoV-2-Infektion, 161 (31%) wurden ins Krankenhaus eingewiesen und 16 Patienten starben (3% Todesfallrate). Die standardisierten Mortalitätsraten für Patienten mit CED betrugen beispielsweise für China 1,8, für Italien 1,5 und für die USA 1,7.

Zu den Risikofaktoren für eine schwere SARS-CoV-2-Infektion bei CED-Patienten zählten zunehmendes Alter, mehr als zwei zusätzliche Begleiterkrankungen sowie bestimmte Medikamente ( die Anwendung systemischer Kortikosteroide und die Einnahme von Sulfasalazin oder 5?Aminosalicylat). Ein kausaler Zusammenhang konnte dabei allerdings nicht festgestellt werden. Die Behandlung mit TNF-Antagonisten scheint demgegenüber nicht mit einem schweren COVID-19-Verlauf verbunden zu sein.

Quelle: Kompakt Allgemeinmedizin

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