10.11.2016
Darmflora kann positiven Einfluss auf Chemotherapie gegen Krebs haben
Zwei Darmbakterienarten - Enterococcus hirae und Barnesiella intestinihominis - verstärken die krebshemmende therapeutische Wirkung einer Chemotherapie mit Cyclophosphamiden, die bei verschiedenen Krebsarten angewandt wird.
Zwei Darmbakterien verbessern die Wirkung einer Chemotherapie, die auf Cyclophosphamiden basiert, indem sie die durch diese Medikamente vermittelte Antitumor-Immunität optimieren. Das berichten Forscher des französischen Instituts für Gesundheit und medizinische Forschung (Inserm), des Krebsforschungsinstituts Gustave Roussy, des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS), des Institut Pasteur Lille und der Universitäten Paris Sud und Lille. Im Rahmen ihrer gemeinsamen Studie haben die Forscher festgestellt, dass die beiden Darmbakterien Enterococcus hirae und Barnesiella intestinihominis die krebshemmende therapeutische Wirkung einer Chemotherapie mit Cyclophosphamiden verstärkt, die bei verschiedenen Krebsarten angewandt wird.
Eine der Nebenwirkungen der Chemotherapie ist eine größere Durchlässigkeit der Darmbarriere, aufgrund der Darmbakterien in den Blutkreislauf gelangen können. Zur Bekämpfung der ungewollten Eindringlinge wird eine Immunreaktion ausgelöst. Diese hat sich nun als positiver Effekt für die Patienten erwiesen, da dabei auch Tumorzellen zerstört werden. Der Tumor wird also direkt durch die Behandlung mit Cyclophosphamiden und indirekt durch diese, die Fremdbakterien bekämpfende Immunreaktion angegriffen. In mehreren präklinischen Modellen konnten die Forscher nachweisen, dass auch oral verabreichte Bakterien der Art Enterococcus hirae und Barnesiella intestinihominis die krebshemmende Immunantwort verbessern.
Die Wirkung eines Krebsmedikaments beruht also auf einer komplexen Interaktion zwischen der Darmflora eines Patienten und seiner Fähigkeit zum Aufbau eines immunologischen Gedächtnisses, das sich bei der Bekämpfung bestimmter Bakterien der Darmflora als wirksam erweist. Diese Studienergebnisse eröffnen die Möglichkeit, die Wirksamkeit solcher Medikamente zu erhöhen durch eine Optimierung des Einsatzes von Antibiotika und den Zusatz bestimmter, so genannter onko-mikrobiotischer Bakterien, mit denen die krebshemmende Wirkung verstärkt wird.
Quelle: Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland
