24.08.2008

Diabetiker haben öfter Krebs

Vor allem Tumore im Darm und in der Bauchspeicheldrüse kommen bei hohem Blutzucker häufiger vor...

 Bild: Darmtumor.Menschen mit Diabetes leiden nicht nur häufig unter Nieren- und Herz-/Kreislauferkrankungen, sie haben auch ein höheres Risiko für Krebs. Menschen mit Diabetes sollten deshalb Angebote zur Krebsvorsorge regelmäßig nutzen, empfiehlt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI).

Von Krebserkrankungen sind besonders Menschen mit Altersdiabetes betroffen, dem so genannten Typ-2-Diabetes. „Bei Typ-2-Diabetikern entwickeln sich vor allem häufiger Tumore im Magen-/Darmtrakt, in der Bauchspeicheldrüse und in der Leber als bei gesunden Menschen", sagt Prof. Reiner Hartenstein vom BDI. Dickdarmkrebs kommt beispielsweise bei Diabetikern um 30%, Krebs der Bauchspeicheldrüse sogar um fast 700% häufiger vor.

Warum Menschen mit Diabetes für Krebs anfälliger sind, ist noch unklar. „Eine nahe liegende Erklärung ist, dass beide durch ungesunde Ernährung und Übergewicht begünstigt werden. Da Diabetiker sich oft zu kohlenhydrat- und fettreich ernähren und zu Übergewicht neigen, steigt bei ihnen möglicherweise auch das Krebsrisiko", so Prof. Hartenstein. Möglicherweise lässt aber auch der hohe Insulin-Spiegel Krebszellen schneller wachsen. Denn Insulin ist ein Wachstumsfaktor und fördert unter anderem die Zellteilung - Krebszellen könnten sich so leichter vermehren.

Experten vermuten deshalb, dass Tumore bei Diabetikern schneller wachsen und raten zur regelmäßigen Krebsvorsorge. „Die Krankenkassen erstatten die Kosten einer Dickdarmspiegelung zwar erst ab 55, Menschen mit Diabetes sollten bereits ab 50 alle 5 Jahre eine Darmspiegelung vornehmen lassen", rät Prof. Hartenstein. Auch eine regelmäßige Untersuchung des Stuhls auf Blut, ein so genannter Okkult-Bluttest, könne helfen, Tumore im Magen oder Darm frühzeitig zu erkennen.