25.10.2015
Dialyse-Patienten haben ein erhöhtes Risiko, sich mit Hepatitis C anzustecken
Auch in Ländern mit hohen Hygienestandards besteht für Nierenpatienten, die eine Dialyse benötigen, ein erhöhtes Risiko, sich mit Hepatitis-C-Viren (HCV) anzustecken.
Nierenpatienten, die sich wegen eines akuten oder chronischen Nierenversagens einer Blutwäsche (Hämodialyse) unterziehen müssen, haben auch in Ländern mit hohen Hygienestandards ein erhöhtes Risiko, sich mit Hepatitis-C-Viren (HCV) anzustecken. Davor warnen Experten der Internetinformationsseite www.hepatitis-c-eliminieren.de. „Nach Angaben des Robert-Koch Instituts (siehe Epidemiologisches Bulletin 31/2014) kommt es hierzulande bei der Dialyse in 2,6 % der Fälle zu Übertragungen von HCV durch infizierte Patienten auf andere", berichtet einer der Experten, erläutert Prof. Dr. med. Thomas Berg, Leiter der Sektion Hepatologie am Universitätsklinikum Leipzig. Eine Infektion mit HCV verursacht Entzündungen der Leber, die oft jahrelang unbemerkt bleiben, bei chronischem Verlauf aber zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen können. Dialyse-Empfänger sollten sich daher regelmäßig auf HCV testen lassen.
Bei einer Hämodialyse wird der Blutkreislauf des Patienten, dessen Nieren nicht mehr selbständig zur Blutreinigung fähig sind, an eine „künstliche Niere" angeschlossen, also eine Hämodialysemaschine, die das Blut des Patienten reinigt. Die eigentliche Blutwäsche findet dabei im so genannten Dialysator (einem Filter der Dialysemaschine) statt durch gezielten Stoffaustausch entlang einer Membran, wobei auf der einen Seite Blut bzw. Plasma und auf der anderen Seite der Membran eine Dialyselösung anliegt. „Um das Blut durch den Hämodialysator zu leiten, legt der Arzt ähnlich wie bei der Blutabnahme in eine Vene einen Katheter, über den das zu reinigende Blut in die künstliche Niere gepumpt wird. „Die erhöhte Infektionsgefahr bei der Dialyse rührt also daher, dass potenziell infiziertes Blut in die Dialysemaschine hinein und wieder zurückgeleitet wird", erläutert Prof. Berg. Trotz strengster Hygienevorschriften für die Reinigung der Dialysegeräte und den Umgang mit Blut im Generellen, die in den Dialysezentren Deutschlands gelten, besteht für Dialyse-Patienten hierzulande ein - wenn auch geringes - Ansteckungsrisiko.
Zur Prävention der Übertragung von infiziertem Blut in medizinischen Einrichtungen werden Dialysepatienten mit Hepatitis C grundsätzlich in getrennten Dialyseeinheiten behandelt. „In der Regel dialysieren Patienten mit Hepatitis C - wie auch solche mit Hepatitis B oder HIV - an einer eigenen Dialysemaschine, die ausschließlich für sie verwendet wird", betont Prof. Berg. Trotzdem kommt es auch innerhalb von Europa immer wieder zu ungewollten Infektionen - wie z.B. im November 2010 in einem Dialysezentrum auf Mallorca.
