11.12.2011

Die Feiertage ganz entspannt genießen ist gut fürs Herz

Herzpatienten sollten die Weihnachtstage ganz gelassen mit den Menschen, die ihnen gut tun, verbringen, und dürfen dabei auch mal dunkle Schokolade in Maßen naschen, betonen Kardiologen.

Im Hinblick auf die bevorstehenden Weihnachtstage und deren Vorbereitungen sollten Herzpatienten ganz nach dem Motto „Don't worry, be happy" entspannt und gelassen bleiben, die Feiertage bevorzugt gemeinsam mit denjenigen Menschen, die ihnen gut tun, verbringen und einfach genießen. Demgegenüber sind Stress, Ärger und sozialer Rückzug möglichst zu vermeiden. Dazu raten die Kardiologen vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK). „Positive Gefühle wie Zufriedenheit, Freude und Mitgefühl (Empathie) wirken kardioprotektiv, während negative Emotionen wie Ärger, Feindseligkeit, Angst, Depression oder auch soziale Isolation das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko erhöhen", erläutert Dr. med. Norbert Smetak, Bundesvorsitzender des BNK und praktizierender Kardiologe in einer fachärztlichen Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie in Kirchheim. „Das haben verschiedene Studien belegt - zum Beispiel wurde kürzlich gezeigt, dass sich die Blutgefäße durch herzhaftes Lachen entspannen. Auf mentalen Stress hin ziehen sie sich hingegen zusammen, was zu einer Steigerung des Blutdrucks führt und das Risiko für Arterienverkalkung erhöht." Arteriosklerose durch Bluthochdruck und Diabetes sind neben Bewegungs- und Schlafmangel, ungesunder Ernährung, Nikotin- und Alkoholabusus die vorrangigen Risikofaktoren für Schlaganfälle und Herzinfarkte.

Auch Naschen in Maßen ist erlaubt

Aus dem gleichen Grund ist auch Naschen in Maßen erlaubt, vor allem wenn dabei dunkle Schokolade verzehrt wird. Bestimmte Inhaltsstoffe von Kakao wirken sich offenbar günstig auf die Elastizität der Blutgefäße und den Blutdruck aus, insbesondere die so genannten Flavonole - das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die vor allem in Früchten und Gemüse, aber auch zum Beispiel in Rotwein und grünem Tee vorkommen. Flavonole sollen besonders reaktionsfreudige, zellschädigende Stoffwechselprodukte (sog. freie Radikale) abfangen können und somit das Herz-Kreislauf-System vor Entzündungen und daraus resultierenden Krankheiten schützen. „Das sollte natürlich nicht als Freischein für Naschsucht und Völlerei aufgefasst werden", betont Smetak. „Schließlich ist Schokolade sehr kalorienreich, so dass exzessiver Konsum zu Übergewicht führen kann, wobei Übergewicht bekanntlich wiederum ein Risikofaktor für Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Allgemeinen ist." Potsdamer Forscher haben aufgezeigt, dass Menschen, die regelmäßig kakaohaltige Schokolade in Maßen verzehren - das heißt: nicht mehr als täglich sechs Gramm oder eine halbe Tafel pro Woche - niedrigere Blutdruckwerte und ein geringeres Risiko für Herz- und vor allem Hirninfarkte aufweisen. „Wer sich also nur ein kleines Stückchen Schokolade gönnt und das unbeschwert genießt, kann seinem Herz-Kreislauf-System durchaus etwas Gutes tun. Dabei sollte möglichst dunkle Schokolade bevorzugt werden, weil Milchschokolade weitaus weniger Kakao und damit auch weniger Flavonole enthält", rät Smetak

Quellen:

Studien, die auf dem ESC-Kongress (2011 in Paris) präsentiert wurden: www.theheart.org/article/1270617.do British Medical Journal 2011, Band 343, Seite d4488: www.bmj.com/content/343/bmj.d4488 European Heart Journal 2010, Online-Veröffentlichung am 30.3.2010: eurheartj.oxfordjournals.orgJournal of Nutrition 2008, Band vol. 138/10, Seite 1939-1945: jn.nutrition.org/content/ Pressemitteilung der University of Maryland School of Medicine (am 7.3.2005 über Studie von Dr. Michael Miller): www.umm.edu/news/releases/laughter2.htm