08.01.2020

Divertikelkrankheit – was ist zu beachten?

Zum Thema Divertikelkrankheit können Patienten und Interessierte Experten der Gastro-Liga am Mittwoch, dem 8. Januar 2020, von 18 bis 20 Uhr Fragen stellen und sich von ihnen beraten lassen.

Darmdivertikel sind kleine Ausstülpungen der Darmwand, die normalerweise keine Beschwerden machen (Divertikulose). In vielen Fällen handelt es sich um unbedenkliche Zufallsbefunde, die nicht behandelt werden müssen. Eine Entzündung der Divertikel (Divertikulitis) kann jedoch Schmerzen und andere Komplikationen zur Folge haben und eine Therapie erforderlich machen.

Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Darmdivertikeln steigt mit zunehmendem Alter. Während sich diese Darmausstülpungen bei etwa 28 bis 45 Prozent der Gesamtbevölkerung finden, kommen sie bei den über 70-Jährigen bei etwa 70 Prozent vor. Solange sich die Divertikel nicht entzünden, verursachen sie keine Beschwerden und sind harmlos. Darmdivertikel werden meist zufällig bei ärztlichen Routineuntersuchungen, wie zum Beispiel bei einer Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge, entdeckt.

Divertikelkrankheit – was ist das?

Kommt es zu einer Entzündung der Darmdivertikel, spricht man von einer Divertikulitis oder Divertikelkrankheit. Diese geht manchmal mit Bauchschmerzen einher, die typischerweise im linken Unterbauch auftreten. Auch Krämpfe, Stuhlgangbeschwerden, blutiger Stuhl und Fieber sind möglich. „Die Ursache von neu aufgetretenen Bauchschmerzen sollte rasch abgeklärt werden“ rät Prof. Dr. Ludger Leifeld, Gastroenterologe am St. Bernward Krankenhaus in Hildesheim. „Denn ohne eine Behandlung kann es zu schweren Komplikationen kommen, zum Beispiel zu einem Darmdurchbruch oder einer Bauchfellentzündung.“

Divertikelkrankheit – was nun?

Die Therapie der Divertikelkrankheit erfolgt unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle. Leichte Beschwerden können oftmals durch eine Umstellung der Ernährung (flüssige oder leichte Kost) oder einen vorübergehenden Nahrungsverzicht gelindert werden. Bei schwerwiegenderen Fällen können auch Antibiotika und schmerzstillende Medikamente sinnvolle Bestandteile der Therapie sein. „Wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen oder schwerwiegende Komplikationen auftreten, kommt auch eine Operation infrage“, so Prof. Leifeld. „Bei dieser Operation wird in der Regel der divertikeltragende Darmabschnitt entfernt.“

Die Umstellung auf eine ballaststoffreiche und fleischarme Ernährung und auf eine Lebensführung mit ausreichender Bewegung kann den Verlauf der Divertikelkrankheit günstig beeinflussen und Krankheitsschübe vermeiden.

Haben Sie Fragen zum Thema Divertikelkrankheit? Dann rufen Sie an. Die Experten der Gastro-Liga e. V. geben Ihnen gerne Antwort. Am Mittwoch, dem 8. Januar 2020, ist das Patiententelefon von 18 bis 20 Uhr unter der Telefonnummer 0641 – 9 74 81 20 zu erreichen.

Das Patiententelefon der Gastro-Liga bietet Interessierten und Betroffenen Hilfe bei Erkrankungen von Magen, Darm & Co. und wird jeden ersten Mittwoch im Quartal angeboten.

Quelle: Gastro-Liga e.V.

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