16.04.2013

Eiweiß triggert Gelenkzerstörung bei Rheumatoider Arthritis

US-Forscher haben bei Mäusen ein Protein entdeckt, das die Gelenkzerstörung bei Rheumatoider Arthritis verursacht. Jetzt hoffen sie, ein Medikament zu entwickeln, das diesen Prozess blockiert.

Bestimmte Gene sind mit einem erhöhten Risiko verbunden, an einer Rheumatoiden Arthritis (RA) zu erkranken. RA ist eine Autoimmunerkrankung - das heißt das Immunsystem sieht körpereigenes Gewebe fälschlicherweise als fremd an und bekämpft es mit Antikörpern. Zu Beginn der Erkrankung kommt es zu einer Entkalkung des gelenknahen Knochens (Osteoporose). Im weiteren Verlauf werden Knorpel und dann auch Knochen an den Ansatzstellen der Gelenkkapsel zerstört. Bei  fortschreitender Entzündung und Zerstörung weichen die Gelenkknochen  aus ihrer normalen Stellung. Zusammen mit den Schmerzen schränkten diese Prozesse die Beweglichkeit der Gelenke stark ein. Die Patienten können dadurch oft einfache Handgriffe nicht mehr ausführen: das Öffnen einer Konservendose oder das Schnüren von Schnürsenkeln wird so zu einem unüberwindbaren Hindernis.

Forscher um Joseph Holoshitz von der University of Michigan haben jetzt bei Mäusen einen molekularen Mechanismus entdeckt, der Arthritis verursachende Zellen aktiviert (siehe Journal of Immunology 2013, Band 190/1, Seite: 48-57): Innerhalb der Gruppe der sogenannten HLA-Gene (HLA ist die Abkürzung für Human Leukocyte Antigen), die mit Autoimmunerkrankungen assoziiert sind, gibt es ein Gen namens SE (für shared epitope). Dieses scheint einen bedeutenden genetischen Risikofaktor für RA darzustellen, da es sowohl die Entstehung der Erkrankung als auch deren Verlauf  beeinflusst, indem es die Bildung von entzündungsverursachenden und Knochen zerstörenden Zellen (sog. Osteoklasten) antreibt. In der Folge kommt es zu einer RA und Knochenzerstörung. Die Forscher konnten in ihrer Studie experimentell nachweisen, dass das SE-Protein die Ausdifferenzierung von Osteoklasten direkt fördert und deren Produktion damit vorantreibt. Eine ausgeprägte Gelenkzerstörung war die Folge. Die Forscher hoffen aufgrund dieser Erkenntnisse künftig ein Medikament entwickeln zu können, das diesen Mechanismus blockiert und damit die Entwicklung einer RA verhindern könnte.

Quelle: Journal of Immunology 2013, Band 190/1, Seite: 48-57