20.04.2010
Gelbsucht: Ansteckungsgefahr durch Besuch beim türkischen Barbier
Bei einer Rasur durch einen türlischen Barbier besteht ein erhebliches Risiko, sich mit Hepatitis zu infizieren...
In Ländern mit hoher Verbreitung
von Hepatitis besteht ein deut-
liches Infektionsrisiko bei einem
Barbierbesuch.
Im Gegensatz zu Hepatitis B wird Hepatitis A bereits durch verunreinigtes Wasser oder verschmutzte Lebensmittel übertragen. „Gefährlich ist daher beispielsweise der Verzehr von Muscheln, Früchten, Salaten sowie Eiswürfeln in Urlaubsländern, in denen die hygienischen Gegebenheiten nicht immer dem europäischen Standard entsprechen", warnt der BDI-Experte. Auch bei der Übertragung von Hepatitis A besteht in der Türkei ein erhöhtes Risiko. Laut Angaben des Robert Koch-Instituts liegt die Türkei mit 36% an der Spitze der importierten Hepatitis-A-Fälle.
Hepatitis B - weltweit häufigste Ursache für Leberkrebs - Impfung empfohlen
Die akute Hepatitis führt typischerweise zu einer gelblichen Verfärbung der Haut und insbesondere der Augen. Auch Fieber und Durchfälle können auftreten. „Eine Hepatitis A heilt zwar in der Regel von selbst aus, vor allem bei Älteren und Patienten mit chronischen Leberkrankheiten kann sie jedoch lebensbedrohlich verlaufen" erläutert Prof. Löscher. Bei der Hepatitis B entwickelt ein Teil der Betroffenen eine chronische Leberentzündung, die zu schweren Komplikationen führen kann. Nicht selten geschieht dies ohne dass eine akute Verlaufsform bemerkt wurde und die ersten Symptome wie Müdigkeit, Übelkeit und Schmerzen im Bereich des rechten Rippenbogens treten erst nach Monaten bis Jahren auf. Die Folge kann eine Leberzirrhose sein. Eine chronische Infektion erhöht das Risiko für Leberkrebs gegenüber der Normalbevölkerung um das 100-fache. „Vor einer Reise in die Türkei sowie in andere beliebte Reiseziele deutscher Touristen, wie zum Beispiel Ägypten oder Tunesien, ist daher eine Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B in Erwägung zu ziehen", empfiehlt Prof. Löscher.
