08.03.2010

Hepatitis bleibt häufig unerkannt

Die anfänglichen Symptome einer Hepatitis sind häufig unspezifisch, wie zum Beispiel Müdigkeit oder Appetitlosigkeit. Daher wird die Erkrankung oftmals erst spät erkannt...

Bei einer durch Viren verursachten Hepatitis sind die Symptome sowohl im akuten wie in im chronischen Stadium häufig gering und wenig spezifisch, so dass die Gefahr besteht, dass Betroffene nicht rechtzeitig einen Arzt aufsuchen. „Man schätzt, dass in Deutschland etwa 500 000 Menschen mit Hepatitis B infiziert sind, von denen viele gar nicht wissen, dass sie den Hepatitis-Virus in sich tragen. Die Erkrankung kann chronisch werden und dann einen schweren Verlauf nehmen. Besonders gefährdet sind dabei stark übergewichtige Menschen, deren Leber bereits durch eine Fettleber-Hepatitis geschädigt ist. Die Folgen können eine Leberzirrhose oder sogar Leberkrebs sein", mahnt Prof. Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Nur bei einem Teil der Patienten mit akuter Hepatitis kommt es zu den typischen Krankheitserscheinungen wie Gelbfärbung der Haut und der Bindehaut der Augen, hellem Stuhlgang und dunklem Urin. Die chronische Hepatitis entwickelt sich oft schleichend und die Beschwerden sind meist lange Zeit uncharakteristisch wie Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Übelkeit. Erst spät kommen Symptome hinzu, die an eine Lebererkrankung denken lassen, wie Schmerzen im Bereich des rechten Rippenbogens oder Gelbsucht „Die Erkrankung sollte jedoch so früh wie möglich behandelt werden, um Komplikationen zu vermeiden", rät Prof. Löscher, der die Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin der Universitätsklinik München leitet.

Die Gefahr der Übertragung ist je nach Hepatitis-Typ unterschiedlich. „Der Hepatitis-A-Virus kann beispielsweise durch verunreinigte Lebensmittel, häufig in Urlaubsländern mit mangelnden hygienischen Bedingungen übertragen werden. Eine Hepatitis A ist sehr unangenehm, heilt jedoch meist rasch ab und wird nicht chronisch", erläutert Prof. Löscher. Die Übertragung des gefährlicheren Hepatitis-B-Virus erfolgt durch Blut oder andere Körperflüssigkeiten. „Häufige Ansteckungsquellen sind daher Hygienemängel im medizinischen Bereich, bei Piercings oder Tätowierungen oder beim Sexualverkehr. Am wirksamsten kann man sich vor Hepatitis A und B durch eine Schutzimpfung schützen", empfiehlt Prof. Löscher. „Insbesondere Menschen, die eine Vorerkrankung der Leber haben, wie zum eine Fettleber-Hepatitis, oder Menschen, die eine Fernreise planen, ist die Hepatitis-Impfung anzuraten."

Aktuelle Gesundheitsinformationen für Reisende mobil abrufbar

Der Internetdienst Fit For Travel bietet jetzt auch aktuelle Gesundheitsinformationen zu mehr als 300 Reisezielen zum Download für die so genannten Smartphones an. Dieser Service ist kostenlos und wird ständig aktualisiert. Touristen können so zum Beispiel erfahren, für welche Länder eine Hepatitis-Impfung empfohlen wird.

Internet: www.fit-for-travel.de