19.04.2011

Herzinfarktrisiko bei Rheumatoider Arthritis von Anfang an erhöht

Bei Patienten mit Rheumatoider Arthrits (RA) ist das Herzinfarktrisiko bereits ein Jahr nach dem ersten Auftreten von Krankheitssymptomen um 60 Prozent erhöht, warnen Experten vom BDRh.

Auch Patienten, bei denen erst kürzlich (z.B. vor einem Jahr) eine Rheumatoide Arthritis (RA) diagnostiziert wurde, haben bereits ein um 60 Prozent erhöhtes Herzinfarktrisiko. Darauf weisen die Rheumatologen vom Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) hin unter Berufung auf eine Studie schwedischer Forscher um Dr. Marie E. Holmqvist (siehe Journal of Internal Medicine (2010), Band 268/6, Seite 578-585). In ihrer Untersuchung verglichen sie 7.469 Patienten, bei denen in den letzten 18 Monaten eine RA diagnostiziert worden war,  mit 37.024 Patienten ohne RA-Diagnose hinsichtlich des Auftretens von ischämischen Herzerkrankungen (also solche, die durch Durchblutungsstörungen verursacht werden) - insbesondere im Hinblick auf die Häufigkeit von Herzinfarkten. Das Ergebnis: Innerhalb der folgenden vier Jahre erlitten 3 Prozent der RA-Patienten gegenüber 1,9 Prozent der Patienten ohne RA einen Herzinfarkt. Dabei stieg das erhöhte Herzinfarktrisiko bei den RA-Patienten bereits nach einem Jahr auf 60 Prozent und blieb dann für die nächsten 12 Jahre auf diesem Niveau.

Die Wissenschaftler schließen aus früheren Untersuchungen, dass bereits mit dem Auftreten der ersten Symptome einer RA auch das Risiko für ischämische Herzerkrankungen zu steigen beginnt. „Tatsächlich ist das kardiovaskuläre Risiko bei Patienten mit Rheumatischer Arthritis schon zu Beginn der Krankheit erhöht - das lässt sich an Gefäßveränderungen belegen, die bei den Betroffenen besonders früh auftreten", erläutert Prof. Klaus Krüger vom wissenschaftlichen Beirat des BDRh und praktizierender Rheumatologe im Münchener Praxiszentrum St. Bonifatius. „Es ist daher bei RA-Patienten wichtig, die Krankheitsaktivität so weit wie möglich mithilfe von geeigneten Medikamenten zu verringern und zusätzlich die traditionellen Risikofaktoren - hinsichtlich Rauchen, erhöhter Blutfettwerte, Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht -  mindestens einmal pro Jahr vom Arzt überprüfen zu lassen."

Da das Herzinfarkt-Risiko mit dem Auftreten der ersten RA-Symptome erhöht ist und dann rasch zu steigen beginnt, vermuten Holmqvist und ihre Kollegen, dass bei RA-Patienten neben arteriosklerotischen Veränderungen wahrscheinlich zusätzlich noch weitere ursächliche Mechanismen am Werke sind.