27.01.2021

Herzschwäche und COVID-19 - eine fatale Kombination!

Bei Patienten mit Herzschwäche (Herzinsuffizienz), die wegen COVID-19 in einer Klinik behandelt werden müssen, ist die Sterblichkeit in der Klinik sehr hoch, belegen Ergebnisse einer Datenanalyse aus den USA.

Von den Patienten mit Herzschwäche (Herzinsuffizienz), die im Frühjahr und Sommer 2020 mit der Diagnose COVID-19 stationär aufgenommen worden waren, starb fast ein Viertel in der Zeit des Klinikaufenthaltes. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher um den Kardiologen Dr. Scott D. Solomon vom Brigham and Women’s Hospital, Boston, in ihrer Auswertung von Daten aus einer großen US-Gesundheits-Datenbank (Premier Healthcare Database – siehe JACC Heart Fail 2021, Band 9/1, Seite: 65-73).

Männliches Geschlecht, höheres Lebensalter, ausgeprägte Fettleibigkeit (Adipositas) sowie eine Klinikeinlieferung (Hospitalisierung) in der Frühphase der Corona-Pandemie erwiesen sich als mit einer höheren Sterblichkeit assoziierte Risikofaktoren.

Solomon und sein Team haben in der genutzten Datenbank insgesamt 132.312 Patienten mit dokumentierter Herzinsuffizienz identifiziert, die im Zeitraum von April bis September 2020 in US-Kliniken stationär behandelt worden waren. Von diesen Patienten waren 23.843 (18,0 %) wegen akuter Herzinsuffizienz, 8.383 (6,4 %) wegen COVID-19 und weitere 100.068 (75,6 %) aus anderen Gründen stationär aufgenommen worden.

Bei wegen COVID-19 erfolgten Klinikaufenthalten war die Sterberate um ein Vielfaches höher als bei wegen akuter Herzinsuffizienz notwendigen Hospitalisierungen: Von den wegen COVID-19 stationär behandelten Patienten starben 24,2 % während des Klinikaufenthaltes, im Vergleich zu 2,6 % der wegen dekompensierter Herzinsuffizienz hospitalisierten Patienten.

Die Assoziation zwischen COVID-19 und erhöhter Klinik-Mortalität war im Monat April – also in der frühen Phase der Corona-Pandemie – deutlich stärker als in den dann folgenden Monaten ausgeprägt. 

Nach Ansicht der US-Forscher sprechen diese Ergebnisse dafür, verstärkt nach noch besseren Strategien zum vorbeugenden Schutz und zur Behandlung von Hochrisiko-Patienten mit Herzinsuffizienz und COVID-19 zu suchen. Aus wissenschaftlicher Sicht sei es aufgrund der gezeigten hohen Mortalität zudem von großer Bedeutung, in klinischen Studien bei hospitalisierten Herzinsuffizienz-Patienten die COVID-19-Prävalenz zu bestimmen, um die Studiendaten korrekt interpretieren zu können, so die Studienautoren um Solomon.

Quelle: Kardiologie.org von Peter Overbeck am 6.1.21

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