06.08.2013
Impfschutz für Rheuma-Patienten empfohlen
Wegen der erhöhten Infektanfälligkeit von chronisch Kranken ist ein umfassender Impfschutz für
Rheumatiker besonders wichtig. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie hin.
Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind chronisch Kranke und benötigen daher einen umfassenden Impfschutz. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) in einem Leitfaden hin. Zu den empfohlenen Impfungen gehören Schutzimpfungen gegen Grippe (Influenza - jährlich) und Pneumokokken, sowie Auffrischimpfungen gegen Tetanus, Keuchhusten
(Pertussis) und Diphtherie, aber auch eine Impfung gegen Meningokokken.
Diese Impfungen sind für Patienten mit chronischen, entzündlich-rheumatischen Erkrankungen deswegen so wichtig, weil bei ihnen häufig eine erhöhte Infektanfälligkeit besteht. Abhängig von Grunderkrankung und Immunsuppression sind jedoch verminderte Impfantworten bei Patienten mit
rheumatischen Erkrankungen möglich. Die Infektneigung nimmt insbesondere bei Anwendung einer immunsuppressiven Therapie zu. Die DGRh empfiehlt deshalb, die Patienten vor Beginn der Therapie über die Zunahme der Infektneigung und über die empfohlene Impfprävention aufzuklären.
Grundsätzlich sollten bei Patienten unter immunsuppressiver Therapie nur Impfungen mit Totimpfstoffen durchgeführt werden, wie die Influenzaimpfung bei Erwachsenen. Solche Impfungen gelten bei Rheuma-Patienten in Remission auch unter immunsuppressiver Therapie als effektiv und sicher. Abgeraten wird bei relevanter Immunsuppression demgegenüber von Lebendimpfungen
- dazu gehören unter anderem Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen oder gegen Rotaviren. Lebendimpfungen sollten erst drei bis sechs Monate nach dem Ende einer mmunsuppressiven Therapie erfolgen.
„Der Impfschutz von Patienten mit rheumatischen Erkrankungen sollte unbedingt aufgefrischt und komplettiert werden", erklärt Prof. Dr. med. Christian Kneitz, Chefarzt für Rheumatologie/Immunologie am Klinikum Südstadt, Rostock. „Denn wenn zur rheumatischen Grunderkrankung noch Infekte hinzukommen, kann dies die Morbidität und Mortalität der Patienten deutlich erhöhen." Kneitz
verweist in diesem Zusammenhang besonders auf die jährliche Influenza-Impfung sowie eine zumindest einmalige Impfung gegen Pneumokokken.
Eine aktive Überprüfung der Impfpässe von Patienten mit rheumatoider Arthritis ist daher wichtig. Die Prävalenz der rheumatoiden Arthritis in Deutschland liegt bei etwa 0,5 bis 1 %, wobei Frauen etwa dreimal häufiger betroffen sind als Männer.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie
