30.10.2016
Kohlenhydrate machen doch nicht dick und krank!
Eine kohlenhydratreiche Ernährung unterstützt offenbar die Bildung eines Hormons, das den Appetit zügelt, die Gesundheit erhält und auch als lebensverlängernd gilt. Das berichten Forscher aus Sydney.
Eine optimale Ernährung mit vielen Kohlenhydraten kurbelt offenbar die Bildung eines Hormons an, welches als lebensverlängernd gilt und Fettleibigkeit bekämpfen kann. Das berichten Wissenschaftler des Charles Perkins Centre der University of Sydney, die den Einfluss der Ernährungsqualität auf die Bildung des so genannten Jungbrunnen-Hormons - mit der Bezeichnung Fibrolast Growth Factor 21 (FGF21) - untersucht haben (siehe Cell Metabolism 2016, in Press).
Frühere Studien zeigten bereits, dass FGF21 eine wichtige Rolle dabei spielt, Appetit zu zügeln, den Stoffwechsel zu mäßigen, das Immunsystem zu verbessern und das Leben zu verlängern. Zudem wird das Hormon heutzutage bereits in der Behandlung von Diabetes eingesetzt. Dennoch ist noch nicht viel darüber bekannt, wie das Hormon produziert und ausgeschüttet wird.
Um die Hormonproduktion genauer in Bezug zur Nahrungsaufnahme zu studieren, fütterten die Wissenschaftler für ihre Studien Mäuse nach fünfundzwanzig verschiedenen Ernährungsplänen. Diese unterschieden sich in der Menge der Proteine, Kohlenhydrate, Fette und dem Energiegehalt. Anschließend werteten die Wissenschaftler den Nährstoffgehalt aus und erforschten, welche Zusammensetzungen die besten Ergebnisse bezüglich der Ausschüttung von FGF21 erzielten.
Entgegen derzeitigen Trends von Diäten - wie z.B. der Paleo-Diät, die eine Ernährung mit vielen Proteinen und wenig Kohlenhydraten vorschreibt - beobachteten die Wissenschaftler, dass ein gegenteiliger Ernährungsplan (wenig Protein, viele Kohlenhydrate) zu einer höheren Ausschüttung von FGF21 führt. Ausschlaggebend für eine hohe Ausschüttung des Hormons sei Hauptautor Dr. Samantha Solon-Biet zufolge die Zusammensetzung des Nährstoffgehalts und die damit verbundene Balance zwischen den Protein- und Kohlehydratanteilen. Deshalb sei eine Ernährung mit wenig Proteinen und vielen Kohlenhydraten am vorteilhaftesten für unsere Gesundheit und ein langes Leben.
Weiterführende Studien zur Aktivierung von FGF21 werden Solon-Biet zufolge auch essenziell für die Erforschung chronischer Krankheiten sein, denn FGF21 könne auch der Schlüssel zu Medikamenten für die Behandlung von Diabetes und anderen Stoffwechselstörungen sein. In einem nächsten Schritt müsse der genaue Signalweg von FGF21 entschlüsselt werden, um alle Vorteile des Hormons auszuschöpfen und die Ernährung noch zielgenauer anpassen zu können.
Quelle: Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann
