26.04.2021

Leberschädigung mit schwerem Verlauf von COVID-19 assoziiert

Rund 40 Prozent der Patienten mit einem schweren Verlauf von COVID-19 weisen verschiedene Grade einer Leberschädigung auf. Das zeigt eine Studie aus China.

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Die dynamischen Veränderungen der Leberfunktion sowie Assoziationen zwischen Leberfunktionsschäden und Heilungsprognose bei COVID-19-Patienten haben Forscher am Zhejiang Provincial People's Hospital Hangzhou (in Hangzhou, China) untersucht (siehe Alimentary Pharmacology and Therapeutics, Online-Veröffentlichung am 22.7.2020). Dafür erfolgte eine retrospektive Analyse der klinischen Daten von 675 COVID-19-Patienten. Alle einbezogenen Personen wurden hinsichtlich normaler bzw. abnormaler Leberfunktion und Leberschädigung klassifiziert.

Ergebnis: Von den 675 PatientInnen wiesen 253 (37,5%) eine abnormale Leberfunktion während des Krankenhausaufenthaltes auf und 52 (7,7%) zeigten eine Leberschädigung. Die dynamischen Veränderungen der ALT- und AST-Werte waren bei Patienten mit Leberschädigung und bei denen die starben, wesentlich ausgeprägter.

Das höchste Risiko für Tod und künstliche Beatmung bedingte ein AST-Wert >3?fache ULN (Upper Limit of Normal = obere Normgrenze). Im Vergleich zu Patienten mit normalen AST-Werten stiegen die Sterblichkeit und das Risiko einer künstlichen Beatmung signifikant um das 19,3?Fache bzw. 116,7?Fache bei Erkrankten mit einem AST-Wert >3?fache ULN an. Zudem waren eine erhöhte Zahl von Leukozyten, reduzierte Lymphozyten-Werte sowie weibliches Geschlecht unabhängig voneinander mit einer Leberschädigung assoziiert.

Fazit: Dynamische Veränderungen der Leberfunktion sind signifikant mit dem Schweregrad und der Prognose von COVID-19 korreliert. Ein erhöhter Index der Leberschädigung sei eng mit der Mortalität und der Notwendigkeit einer künstlichen Beatmung assoziiert, so die Autoren. Daher sollten diese Indikatoren bei COVID-19-PatientInnen während des Krankenhausaufenthaltes engmaschig überwacht werden.

Quelle: Kompakt Allgemeinmedizin

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