21.05.2013

Leberwerte ab 35 regelmäßig überprüfen

Ab dem 35. Lebensjahr sollte jeder seine Leberwerte regelmäßig prüfen lassen. Dazu raten Experten der
Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Mit einem einfachen und kostengünstigen Bluttest können Erkrankungen der Leber bereits im Frühstadium erkannt und wirksam behandelt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) fordert deshalb, die Bestimmung des Leberwerts ALT in den „Check-up 35 plus" aufzunehmen, den die gesetzlichen Krankenversicherungen allen Mitgliedern ab
einem Alter von 35 Jahren anbieten. Der Entstehung unheilbarer Lebererkrankungen wie der Leberzirrhose und dem Leberzellkrebs könnte so wirksam vorgebeugt werden, so die Experten.

„Viele Menschen in Deutschland haben erhöhte Leberwerte und tragen somit das Risiko, eine schwere Lebererkrankung zu entwickeln", erklärt Prof. Dr. med. Stefan Zeuzem, Vorstandsmitglied der DGVS
aus Frankfurt. Doch leider werde das Problem oftmals zu spät erkannt. „Eine einfache Präventionsmaßnahme wie die Kontrolle des Leberwertes ALT könnte vielen Menschen das Schicksal ersparen, an unheilbaren Spätfolgen wie einer Leberzirrhose oder Leberzellkrebs zu erkranken", ist Zeuzem überzeugt. Denn oftmals sind Lebererkrankungen im Frühstadium gut behandelbar.

Die Alanin-Aminotransferase, ALT, gehört zu den Enzymen, die in den Leberzellen Stoffwechselaufgaben erledigen. Bei einer Schädigung gelangen sie ins Blut. Sie sind dann in einer Blutprobe nachweisbar. „Unter den verschiedenen Leberwerten ist die ALT zur Früherkennung besonders gut geeignet, da sie frühzeitig im Blut nachweisbar ist", erklärt Zeuzem, Direktor der
Medizinischen Klinik 1 am Universitätsklinikum Frankfurt. Die ALT-Testung sei zudem einfach, in jedem Diagnostiklabor als Standard etabliert und extrem kostengünstig.

In einer gemeinsamen Stellungnahme der DGVS, der Deutschen Leberhilfe, der Deutschen Leberstiftung und eines Facharztes für Allgemeinmedizin fordern Prof. Zeuzem und Kollegen nun die Aufnahme von ALT in den „Check-up 35 plus" (siehe Zeitschrift für Gastroenterologie 2013, Band 51/3, Seite: 301-305). Die Experten sind überzeugt, dass die Aufnahme des Wertes in die Vorsorgeuntersuchung hohe Folgekosten vermeiden würde, die mit der Behandlung fortgeschrittener
Lebererkrankungen einhergehen. Prof. Zeuzem: „Außerdem würde verhindert, dass Patienten mit unerkannter Virushepatitis unwissentlich andere Menschen anstecken."

Die häufigste Ursache für erhöhte Leberwerte ist eine Fettleber infolge von Übergewicht oder Alkoholkonsum. Aber auch die Viruserkrankungen Hepatitis B und C sind in Deutschland weit
verbreitet. Ein erhebliches, bisher allgemein unterschätztes Gesundheitsproblem sind aus Sicht der DGVS Leberschäden durch Medikamente. „Bei stationären Patienten kann in mehr als einem Prozent eine medikamentös-toxische Leberschädigung diagnostiziert werden", erklärt Experte Zeuzem.

Die DGVS hat in der Vergangenheit bereits mehrfach die Aufnahme des ALT-Tests in den „Check-up 35 plus" gefordert. Das geplante Präventionsförderungsgesetz wäre ein guter Anlass, dies nachzuholen. „Die Menschen vertrauen darauf, dass sie durch den „Check-up 35 plus" ein wirkungsvolles Präventionsangebot erhalten", sagt Prof. Zeuzem. Bislang werden dabei Cholesterin-
und Zuckerwerte im Blut getestet.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)




 

 



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