15.06.2014
Lipidsenker kein Freischein für übermäßig fett- und kalorienreiche Mahlzeiten
Anscheinend meinen manche Patienten, dass sie nicht mehr auf ihr Gewicht und auf ihre Ernährung achten müssen, wenn sie Lipidsenker einnehmen. Das ist allerdings ein Fehlschluss, warnt der BDI.
Wer zur Senkung eines erhöhten Cholesterinspiegels Lipidsenker (Statine) einnehmen muss, sollte trotzdem auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten. „Statine sind kein Freischein dafür, sorglos seinen Kalorien- und Fettkonsum zu steigern", betont Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) und praktizierender Internist in einer Hamburger Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin. Aus einer aktuellen US-Studie (siehe JAMA Internal Medicine, Online-Ausgabe am 24.4.14) geht hervor, dass sich die Anzahl der Statin-Anwender zwischen 1999 und 2010 mehr als verdoppelt hat. Dabei sei allerdings auch der Fett- und Kalorienkonsum bei Statin-Anwendern im Vergleich zu Nicht-Statin-Anwendern erheblich gestiegen. „Anscheinend meinen manche Patienten, dass sie nicht mehr auf ihr Gewicht und auf ihre Ernährung achten müssen, wenn sie Lipidsenker einnehmen. Das ist allerdings ein Fehlschluss!" warnt Wesiack.
Ernährungsumstellung ebenfalls erforderlich
In den Leitlinien zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen (Hyperlipidämien) wird an erster Stelle empfohlen, dass der Patient seine Ernährung umstellt. „Denn übergewichtige Menschen sind - unabhängig davon, ob sie Statine anwenden oder nicht - besonders gefährdet, ein Metabolisches Syndrom zu entwickeln", erläutert Wesiack. „Übergewicht ist meist mit erhöhtem Blutzucker verbunden, wobei vor allem eine starke Fettansammlung im Bauchraum die Wirkung des Blutzucker regulierenden Insulins verringert, was die Entstehung von Typ-2-Diabetes begünstigt. Überwicht kann außerdem zu Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck mit erhöhtem Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko führen."
Quelle: äin-red
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