06.01.2013

Mehr Bewegung schützt vor Diabetes

Menschen, die erhöhte Blutzuckerwerte aufweisen und Übergewicht haben, sollten sich mehr bewegen. Bereits 150 Minuten Ausdauertraining pro Woche verringern das Risiko, an Diabetes zu erkranken um 50%.

Nach Angaben des Instituts für Biometrie und Epidemiologie des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) ist hierzulande mit einem stärkeren Anstieg der Diabetiker als bisher erwartet zu rechnen - und zwar in der Altersgruppe der 55- bis 74-Jährigen bis zum Jahr 2030 um mehr als 1,5 Millionen auf insgesamt 3,9 Millionen. Deshalb raten Ärzte vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) vor allem Menschen, die bereits erhöhte Blutzuckerwerte aufweisen und Übergewicht haben, zu mehr Bewegung. „Bereits 150 Minuten Ausdauertraining pro Woche - das sind 3 Mal 50 Minuten oder 6 Mal 25 Minuten wöchentlich - verringert das Risiko, an Altersdiabetes (Typ II-Diabetes) zu erkranken um 50 Prozent im Vergleich zu Menschen, die keinen Sport machen (siehe Diabetes, Obesity and Metabolism 2012, Band 14/9, Seite 835-841)", erklärt Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des BDI und praktizierender Internist in einer Hamburger Gemeinschaftspraxis. „Krafttraining ist zwar nicht ganz so effektiv wie Ausdauertraining, senkt das Diabetes-Risiko bei wöchentlich mindestens 150 Minuten Training aber ebenfalls um immerhin 34 Prozent (siehe Archives of Internal Medicine 2012, Band 172/17, Seite: 1306-1312). Und kann damit eine gute Ergänzung zum Ausdauersport darstellen oder aber eine Alternative für Menschen, die partout keinen Ausdauersport treiben möchten. Entscheidend ist, dass sich der Patient einen Sport aussucht, der ihm Spaß bereitet, damit er ihn regelmäßig treibt und somit dauerhaft am Ball bleibt."

Insulinresistenz durch regelmäßigen Sport verhindern

Prä-Diabetes beginnt meist ohne Beschwerden und bleibt deshalb lange Zeit unentdeckt. „Während bei Patienten mit einer Diabetes-Vorstufe (d.h. Prä- oder Frühdiabetis) die Blutzuckerwerte nur leicht ansteigen, sind ihre Insulinwerte meist schon stark erhöht", warnt Wesiack. „Dann liegt bereits eine Unempfindlichkeit gegenüber Insulin vor, man spricht auch Insulinresistenz. Risikofaktoren für die Entwicklung einer solchen Insulinresistenz sind - neben falschen Ernährungsgewohnheiten - Übergewicht und Bewegungsmangel. Sportliche Aktivitäten können demgegenüber dazu beitragen, die Entwicklung einer Insulinresistenz zu verlangsamen oder zu verhindern, und gleichzeitig Übergewicht abzubauen. Denn sportliches Training fördert den Aufbau von Muskeln - und mehr Muskelzellen verbrauchen auch mehr Energie in Form von Zucker, so dass sich letztendlich auch die Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin wieder erhöht."