28.07.2013

Nationaler Aktionsplan gegen Virushepatitis

Mithilfe eines nationalen Aktionsplans sollen Hepatitis-Virusinfektionen dramatisch eingedämmt werden. Das kündigt die Deutsche Leberstiftung anlässlich des Welt-Hepatitis-Tags am 28. Juli an.

Mit dem „Aktionsplan für eine nationale Strategie gegen Virushepatitis in Deutschland" stellt die Deutsche Leberstiftung gemeinsam mit der Deutschen Leberhilfe e. V. und dem Aktionsbündnis „Hepatitis und Drogengebrauch" eine Strategie vor, mit der es möglich ist, die Virushepatitis in Deutschland effektiv einzudämmen und viele Patienten besser zu behandeln. 

In Deutschland gibt es etwa eine Million Menschen, die chronisch an Hepatitis B oder Hepatitis C leiden. Trotzdem werden Lebererkrankungen sehr oft unterschätzt. Viele der Erkrankten wissen gar nicht, dass sie krank sind. Und von denen, die es wissen, werden viele nicht angemessen behandelt. Wenn chronische Lebererkrankungen nicht richtig behandelt werden, drohen Leberzirrhose und Leberzellkrebs - Folgen, die vermeidbar wären.

Der „Aktionsplan für eine nationale Strategie gegen Virushepatitis in Deutschland" soll hier Abhilfe schaffen. Er zeigt die notwendigen Schritte zur Vorbeugung, Diagnostik und Verbesserung der Patientenversorgung im Bereich der Virushepatitis auf. Ziel ist es, neue Infektionen mit einem Hepatitisvirus zu vermeiden und möglichst viele Menschen mit bestehender akuter und chronischer Virushepatitis zu erkennen und zu behandeln, um Krankheitsfolgen zu vermeiden. Darüber hinaus gilt es, den Abbau der Stigmatisierung von Menschen mit Virushepatitiden zu intensivieren.

Die beteiligten Institutionen sind die Deutsche Leberhilfe e.V. und das Aktionsbündnis „Hepatitis und Drogengebrauch" (mit der Deutschen AIDS-Hilfe e.V., Akzept e.V, dem JES-Bundesverband, dem Bundesverband der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit und der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin) sowie die Deutsche Leberstiftung.

„In dem „Aktionsplan für eine nationale Strategie gegen Virushepatitis in Deutschland" haben wir in einer langen und sehr konstruktiven Zusammenarbeit mit den Institutionen dringend notwendige Maßnahmen zur Prävention und für die medizinische Behandlung der Virushepatitis in Deutschland erarbeitet. Wir würden uns sehr freuen, wenn diese Vorschläge von den entsprechenden Stellen wahrgenommen und umgesetzt werden", sagt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung.

„Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt für einen solchen Plan", ergänzt Prof. Dr. Heiner Wedemeyer, wissenschaftlicher Koordinator der Deutschen Leberstiftung und ebenfalls an der Erarbeitung des Plans beteiligt. Für die Hepatitis B stehen derzeit bereits effektive Medikamente nahezu ohne Nebenwirkungen und eine Impfung bereit. Die Hepatitis C wird schon bald noch besser zu behandeln sein als es momentan der Fall ist. „Wir haben jetzt die historische Chance, die Hepatitis-Virusinfektionen in Deutschland dramatisch einzudämmen, wenn nicht sogar zu eliminieren", betont Prof. Wedemeyer.

Quelle: Deutsche Leberstiftung

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