15.12.2015
Neue Forschungsideen in der Rheumatologie ausgezeichnet
Die Rheumastiftung hat am 13.11. in Berlin zwei Forschungsprojekte prämiert, die sich mit den Krankheiten Lupus, Rheumatoide Arthitis und ankylosierender Spondylitis beschäftigen.
Ein neuer Therapieansatz bei systemischem Lupus erythematodes und ein Projekt zur Verbesserung der Krankheitsbewältigung bei Rheuma - das sind die Sieger des diesjährigen Ideenwettbewerbs der Rheumastiftung, der mit je 2.500 Euro dotiert ist. Die Rheumastiftung wurde von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und der Deutschen Rheuma-Liga gegründet. Sie ist die erste gemeinnützige Stiftung in Deutschland, die gemeinsam von der wissenschaftlichen Fachgesellschaft und der Patientenselbsthilfeorganisation getragen wird und die sich das Motto „Rheuma heilbar machen" auf die Fahnen geschrieben hat.
Die erste prämierte Idee zielt auf die Auslöschung des Krankheitsgedächtnisses, das für die Aufrechterhaltung der Lupus-Erkrankung verantwortlich ist, durch einen neuen, kombinierten Therapieansatz. Die zweite Idee soll Barrieren und fördernde Faktoren der sozialen Teilhabe bei Patienten mit rheumatoider Arthritis und ankylosierender Spondylitis identifizieren.
Der systemische Lupus erythematodes ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die vor allem junge Frauen betrifft und zu Müdigkeit, Fieber, Hautrötungen im Gesicht („Schmetterlingserythem") und Gelenkentzündungen führt. Bei schweren Formen können auch innere Organe und das Nervensystem betroffen sein.
Dr. Tobias Alexander und Privatdozentin Dr. Bimba Franziska Hoyer aus der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie der Charité, Berlin, wollen die Erkrankung mit einem neuartigen Ansatz bekämpfen, der die Autoimmunreaktion, also den Angriff des Immunsystems gegen körpereigene Strukturen, dauerhaft unterbinden soll. Dazu müssen sowohl die Gedächtniszellen des Immunsystems, die autoreaktiven Plasmazellen, als auch deren Vorläufer-B-Zellen gezielt und vollständig eliminiert werden. Mit der Kombination von zwei unterschiedlichen Therapieprinzipien könnte dies erreicht werden. Die neue Therapie soll zunächst im Mausmodell und später an Patienten, die auf herkömmliche Behandlungen nicht ansprechen, erprobt werden und könnte eine neue Ära in der Therapie von Erkrankungen eröffnen, die durch Autoantikörper vermittelt werden.
Die Frage, welche Faktoren die soziale Teilhabe bei Patienten mit rheumatoider Arthritis oder ankylosierender Spondylitis (auch: „Morbus Bechterew") einschränken oder fördern, wollen Anna Lena Walther und Privatdozentin Dr. Ruth Deck vom Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie der Universität Lübeck zunächst in einer schriftlichen Befragung und in Gesprächsgruppen mit Betroffenen ermitteln. Die Ergebnisse sollen dann mithilfe einer Expertengruppe unter Einbeziehung der Betroffenen analysiert werden. Ziel ist es, daraus Strategien für den Abbau von Hürden abzuleiten und zielgruppenspezifische individuelle oder gesellschaftliche Unterstützungsmaßnahmen zu entwickeln. Die Erweiterung der Behandlungsziele um die Dimension der sozialen Teilhabe (von „treat to target" zu „treat to participation") gilt als Schlüssel für die nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.
