02.06.2016

Organspende ist auch Lebersache

Das Thema Organspende wird alljährlich am ersten Samstag im Juni, dem Jahrestag der Organspende, mit bundesweiten Veranstaltungen in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.

Seit 1983 wird am ersten Samstag im Juni mit dem „Tag der Organspende" das Thema Organspende in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Eine zentrale Großveranstaltung in wechselnden Städten wird durch bundesweite Veranstaltungen ergänzt. So wird am 4. Juni 2016 in München unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig." der Marienplatz zu einer großen Informationsplattform, die an alle Menschen appelliert: „Entscheide dich - Organspende ist Herzenssache".

„Die Funktionen der Leber sind so komplex, dass diese nicht über einen längeren Zeitraum mit medizinischen Apparaten zu ersetzen sind. Die Lebertransplantation ist daher bei einer konservativ nicht mehr zu beherrschenden Lebererkrankung die letzte Möglichkeit, den Patienten zu retten", erklärt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. „Für uns ist Organspende auch Lebersache."

Doch die Bereitschaft zur Organspende ist rückläufig, dies belegen die Zahlen des Jahresberichtes 2015 „Organspende und Transplantation in Deutschland" der Deutschen Stiftung Organtransplantation: Im Jahr 2015 wurden in Deutschland insgesamt 2.900 Organe postmortal gespendet. Im Vergleich zu 2010 sind das 1.305 Organe weniger. Das entspricht einem Rückgang von 31 Prozent. Speziell bei der Spende von Lebern ist der Rückgang eklatant. Waren es 2010 noch 1.114 postmortal gespendete Lebern, so sank die Zahl im Jahr 2015 auf 730. Gegenläufig zu dieser Entwicklung steigt die Zahl der Menschen, die auf eine Spenderleber warten. Nach Angaben der Stiftung Eurotransplant, die neben Deutschland in sieben weiteren europäischen Ländern für die Zuteilung von Spenderorganen verantwortlich ist, standen zum Stichtag 31.12.2015 in Deutschland 1.280 Menschen auf der Warteliste für eine Spenderleber.

Auf einer solchen Warteliste stand auch Egbert Trowe, stellvertretender Vorsitzender „Lebertransplantierte Deutschland e. V.", bevor ihm im Oktober 2002 im Alter von 57 Jahren eine Spenderleber transplantiert wurde. Trowe berichtet: „Bei mir war die Grunderkrankung eine zu spät diagnostizierte chronische Hepatitis B, die mit Medikamenten nicht therapierbar war. Ich bin sehr glücklich und dankbar, dass ich durch die Transplantation weiterhin aktiv am Leben teilhaben kann." Egbert Trowe weiß aus eigener Erfahrung, dass jedes gespendete Organ für einen schwerkranken Menschen die einzige Hoffnung und die Chance auf ein neues Leben bedeutet. „Ich hoffe, dass immer mehr Menschen sich ernsthaft mit dem Thema Organspende und Spenderausweis befassen und ich wünsche mir, dass die Überprüfung der Leberwerte bei Routine-Untersuchungen bald auch in Deutschland zum Standard wird, damit mehr Lebererkrankungen in einem frühen Stadium erkannt und therapiert werden und so weniger Transplantationen notwendig sind."

Und Professor Manns bekräftigt: „Wird eine Lebererkrankung früh diagnostiziert, kann sie häufig gut behandelt werden. Daher ist die Früherkennung durch einen Bluttest der erste Schritt, um eine Transplantation verzichtbar zu machen."

Quelle: Deutsche Leberstiftung

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