06.07.2014

Reisemediziner raten zu Beginn der Sommerreisezeit zu rechtzeitigem Impfschutz

Je nach Reiseziel werden bestimmte Impfungen empfohlen. Wer z.B. in den afrikanischen Meningitisgürtel fährt, sollte sich gegen Meningokokken B impfen lassen. Dazu raten Experten des BDI und der DTG.

Wer in den Sommerferien eine Auslandsreise plant, sollte auch an den wichtigen Impfschutz denken. Je nach Reiseziel können dabei Impfungen nötig sein, die einige Zeit vor Beginn der Reise verabreicht werden müssen. „In beliebten Urlaubszielen wie die Türkei oder Nordafrika gibt es ein erhöhtes Risiko für Ansteckungen mit Hepatitis A - ein Virus, das eine infektiöse Leberentzündung auslösen kann. Die Impfung gegen Hepatitis A kann auch noch kurz vor der Reise erfolgen und ist auch für alle Fernreisenden z.B. in die Tropen sinnvoll. Neben der Impfung gegen Gelbsucht, wie die Hepatitis-A-Erkrankung wegen ihrer Symptome auch genannt wird, sollten Reisende außerdem ihren Impfpass überprüfen, ob die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten noch aktuell sind. Diese Impfungen müssen alle 10 Jahre aufgefrischt werden. Auch gegen Masern sollte eine Impfung im Impfpass vorhanden sein, da diese Erkrankung hoch ansteckend ist und es in vielen Ländern immer wieder zu Ausbrüchen kommt. Außerdem ist zu beachten, dass einige Länder in Afrika und Südamerika bei Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfung verlangen", erklärt Prof. Dr. Gerd-Dieter Burchard vom Expertenrat des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG).

DTG empfiehlt neue Impfung gegen Meningokokken B

Touristen, die in den afrikanischen Meningitis-Gürtel reisen, sollten sich gegen Meningokokken der Typen A,C,W,Y impfen lassen, besonders wenn sie engen Kontakt zur einheimischen Bevölkerung haben. Seit Ende letzten Jahres gibt es eine neue Impfung gegen Meningokokken B-Bakterien, die vorwiegend in Europa, aber auch in Amerika vorkommen und schwere Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen auslösen können. Diese Impfung gehört inzwischen in Ländern wie England, Österreich und Polen zum nationalen Impfprogramm und wird auch in Portugal, Tschechien und Australien empfohlen. "Bei regionalen Ausbrüchen von Meningitis in den USA und Kanada wurde der neue Impfstoff ebenfalls eingesetzt, um eine Ausbreitung der Infektion zu verhindern. Auch Austauschschülern oder Studenten, die längere Zeit in den USA verbringen wollen, empfehlen wir diese Impfung. Gegen diese besonders häufige Form der Meningokokken gab es bisher keine Impfung - insofern sind wir froh, dass wir jetzt vor dieser sehr gefährlichen Erkrankung, die nicht selten auch tödlich verläuft, schützen können", erläutert Burchard die neue Empfehlung der DTG. In Deutschland gibt es auch einige Krankenkassen, die die Impfung für Erwachsene erstatten. Eine Liste dieser Kassen finden Sie hier: www.internisten-im-netz.de/de_news_6_0_1548_kassen-erstatten-neue-impfung-gegen-gef-hrliche-hirnhautentz-ndung.html

Fragen rund um Impfungen und Impfschutz können auf www.impfenimdialog.de an Experten gestellt werden, die sie online beantworten.

Quelle: äin-red

Dies ist eine Pressemeldung des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.internisten-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des Patienteninformationsportals der Internisten-im-Netz verlinken.