27.11.2012

Rheuma ist ein Knochenräuber

Rheumatiker, die sich einer Therapie mit Kortison unterziehen müssen, sollten regelmäßig eine Knochendichtemessung durchführen lassen, um eine Osteoporose früh genug zu erkennen.

Rheumatiker, die mit Glukokortikoiden (Kortison) behandelt werden, haben ein erhöhtes Risiko, an Knochenschwund (Osteoporose) zu erkranken.  Wer an entzündlichem Rheuma - insbesondere unter Rheumatoider Arthritis - leidet, sollte daher sein Risiko für Knochenschwund (Osteoporose-Risiko) im Blick behalten. „Vor einer länger andauernden Kortisontherapie sollte immer eine DXA-Knochenmineraldichtemessung erfolgen und nach 6 bis 12 Monaten nochmals", empfiehlt der Rheumatologe und Osteologe Dr. Jochen Lautenschläger in einer Broschüre mit dem Titel „Erst Rheuma - dann Osteoporose?" der Deutschen Rheuma-Liga. Nach Möglichkeit sei an der Lendenwirbelsäule und auch an der Hüfte zu messen. Wiederholungsmessungen sollten zudem immer auf dem gleichen Gerätetyp desselben Herstellers erfolgen. „Nur so lässt sich verlässlich erkennen, ob sich der Zustand der Knochen verbessert oder verschlechtert." Alter, Geschlecht und osteoporosebedingte Brüche von Eltern und Großeltern sowie diverse Laborwerte sind bei der Einschätzung der Osteoporose-Gefahr ebenfalls zu berücksichtigen.

Grundpfeiler, um die Knochen bis ins hohe Alter zu stärken und einer Osteoporose vorzubeugen, sind allgemein eine kalziumreiche Ernährung, viel Bewegung und eine nikotinfreie und alkoholarme Lebensweise. Auch Vitamin D spielt eine große Rolle, da es neben der knochenstärkenden Wirkung auch die Muskulatur und Koordination verbessert. Rheumakranke sollten deshalb durch eine kalziumreiche Ernährung und sportliche Bewegung – insbesondere durch ein der Krankheitsaktivität und den Einschränkungen der Gelenkfunktion angepasstes Krafttraining und Spaziergänge im Freien - sowie die Einnahme von Vitamin D3-Tabletten mit 1000 bis 2000 IE (Internationale Einheit) pro Tag das Risiko der Knochenbrüchigkeit vermindern.