21.01.2015
Sieben Neuerungen bei der Behandlung von Rheumatoider Arthritis
Die europäischen Empfehlungen für das Management der Rheumatoiden Arthritis (RA) beinhalten fortan sieben praxisrelevante Änderungen in der Therapiestrategie.
Anlässlich der Jahreskonferenz der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) 2014 hat Prof. Dr. Klaus Krüger vom Praxiszentrum St. Bonifatius München und Sprecher der Kommission Pharmakotherapie der DGRh, sieben praxisrelevante Neuerungen bei der Behandlung von Patienten mit Rheumatoider Arthritis vorgestellt. Diese Änderungen in der Therapiestrategie basieren auf der aktualisierten Version der europäischen Empfehlungen für das Management der Rheumatoiden Arthritis (RA). Erstes übergeordnetes Therapieprinzip sollte die stärkere Einbeziehung des Patienten in die gemeinsam zu treffenden Therapie-Entscheidungen (shared decision) sein. „In der Praxis hapert es aus Zeitgründen häufig daran", kommentierte Krüger.Bei Nicht-Erreichen des Therapieziels sollte einem Therapiewechsel mehr Zeit eingeräumt werden (nämlich sechs statt bisher drei Monate). „Es sollte zwar nach drei Monaten ein deutlicher Effekt des Medikamentes zu sehen sein, aber mit der partiellen Remission hat es bis zum Ende des zweiten Quartals Zeit", erklärte Krüger. Zudem seien Patienten mit einem zu hektischen Tempo beim Therapiewechsel überfordert. Glukokortikoide (auch als Kortison bekannt) sollten zurückhaltender eingesetzt werden, da eine Dosis von 5 mg pro Tag bereits mit einem erheblichen Langzeitrisiko verbunden ist. „Der Leitgedanke ist nun, dass sie in der Initialphase wichtig sind, aber nach sechs Monaten ausgeschlichen sein sollten", erläuterte Krüger. Dies sei allerdings nicht bei allen Patienten umsetzbar.Die Basistherapie muss nicht unbedingt mit einer Methotrexat-Monotherapie begonnen werden, sondern kann alternativ auch mit einer DMARD-Kombination erfolgen (DMARD = Disease Modifying Anti-Rheumatic Drug).Für den Beginn einer Biologika-Therapie stehen nicht nur TNF-alpha-Hemmer zur Verfügung (TNF = Tumor Nekrose Faktor), sondern es werden gleichwertig auch die Wirkstoffe Abatacept und Tocilizumab empfohlen - und in besonderen Fällen, wie bei einer Tumoranamnese, Rituximab.Als Alternative, wenn TNF-alpha-Hemmer versagen, wurde die Substanz Tofacitinib in die Empfehlungen aufgenommen. Sie wird oral eingenommen, ist allerdings in der EU noch nicht zugelassen.Wenn sich nach 6 bis 12 Monaten eine stabile Remission (d.h. eine gute Eindämmung der Krankheitsaktivität und damit Schmerzfreiheit) eingestellt hat, kann versucht werden, die Medikamente Schritt für Schritt zu reduzieren. Dabei sollte die folgende strukturierte Therapie-Deeskalationsstrategie umgesetzt werden: Als erstes die Glukokortikoide ausschleichen, dann (aus Kostengründen) die Biologika und schließlich das DMARD.
Quelle: springermedizin.de
