07.06.2007

Übergewicht erhöht Risiko für Asthma

Überschüssige Kilos können die Entwicklung von Asthma fördern und eine bestehende asthmatische Erkrankung verschlimmern...

Übergewicht ist ein großer Risikofaktor für die Entwicklung von Asthma bronchiale. „Bei übergewichtigen Menschen mit einem Body-Mass-Index (abgekürzt BMI) größer als 25 tritt Asthma um 50% häufiger auf als bei Normalgewichtigen", betont Prof. Dieter Köhler, Leiter der Lungenfachklinik Kloster Grafschaft im nordrheinwestfälischen Schmallenberg. „Bei adipösen, also fettleibigen Menschen mit einem BMI größer als 30 ist das Auftreten von Asthma sogar doppelt so häufig, und zwar sowohl bei Frauen als auch bei Männern." Das hat eine aktuelle Meta-Analyse von 7 Studien mit über 300.000 Teilnehmern ergeben.


Übergewicht und Fettleibigkeit führen direkt zu einer Zunahme von Asthma bei Männern und Frauen. „Je mehr ein Mensch wiegt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er auch unter Asthma leidet", erklärt Prof. Köhler. „Das ist für uns Mediziner ein guter Hinweis dafür, dass das Auftreten von Asthma auch durch ernährungs- und bewegungsphysiologische Interventionen durchaus beeinflusst werden kann." Experten schätzen, dass durch eine effektive Gewichtsabnahme unter den Übergewichtigen die Anzahl neuer Asthma-Fälle bei Erwachsenen allein in den USA um 250.000 Fälle pro Jahr gesenkt werden könnte.

 

Fettleibigkeit kann bestehende Erkrankung verschlimmern

Aktuelle Studien legen nahe, dass eine bereits bestehende Asthma-Erkrankung nicht nur durch Rauchen, sondern auch durch Fettleibigkeit verschlimmert werden kann. Dabei vermuten Mediziner, dass Fettgewebe bestimmte Botenstoffe bildet, die dann bei Fettleibigen vermehrt ins Blut ausgeschüttet werden und dadurch die Krankheit verschlimmern. „So haben etwa die Hälfte der übergewichtigen Asthmatiker unter einem schweren Asthma zu leiden, während dies unter Normalgewichtigen nur bei 19% der Fall ist. „Jedes Pfund zu viel belastet schließlich auch das Atemwegssystem - was dann bei Asthmatikern noch zusätzlich zu den Beschwerden und Auswirkungen ihrer Atemwegserkrankung mit Hyperreagibilität und Verengung der Bronchien hinzukommt", erläutert Prof. Köhler.

„Übergewichtige müssen wegen ihres höheren Körpergewichts grundsätzlich mehr Atemarbeit als Normalgewichtige leisten. Außerdem sind sie meist auch untrainierter als Normalgewichtige, so dass ihre Atemmuskulatur ohnehin schon eine relativ geringe Leistungsfähigkeit aufweist. Wir raten übergewichtigen Asthmatikern daher dringend, durch ausreichende Bewegung und Lungensport sowie durch eine ausgewogene Ernährung bzw. Nahrungsumstellung möglichst ein paar Pfunde abzuspecken. Auf diese Weise sollten sie ihre Erkrankung besser in den Griff bekommen und ihre Lebensqualität steigern können."

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