16.10.2011
Vor Fernreisen Impfschutz überprüfen
In den Tropen ist die Ansteckungsgefahr mit gefährlichen Erregern deutlich höher als in Deutschland, deshalb raten die Internisten des BDI vor Fernreisen zu bestimmten Impfungen.
Wer im Herbst oder Winter Urlaubsreisen in wärmere Länder plant, sollte sich vorher über die Gesundheitsgefahren vor Ort erkundigen. Dazu rät der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Vor allem in den Tropen ist die Ansteckungsgefahr mit gefährlichen Erregern deutlich höher als in Deutschland. „Generell sind lange Flüge und klimatische Umstellungen für den Körper belastend. Bedeutsamer ist aber, dass in vielen Ländern der warmen und heißen Klimazonen auch die hygienischen Bedingungen oft deutlich schlechter sind und überdies andere Krankheitserreger verbreitet sind, als in den gemäßigten Gebieten Westeuropas. Daher sollte ein Arztbesuch vor jeder Fernreise eingeplant werden, um die entsprechende Gesundheitsvorsorge zu treffen", empfiehlt Prof. Dr. Thomas Löscher von der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und Infektionsexperte des BDI. Schutzimpfungen kommt eine besondere Bedeutung zu, da bestimmte Impfungen bei der Einreise in manche Länder verpflichtend sind. „Gelbfieber ist im tropischen Afrika und auch in manchen Teilen Südamerikas verbreitet. Für die Einreise nach Ghana, die Elfenbeinküste oder z.B. Mali ist eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben. Wer im November eine Pilgerreise nach Saudi-Arabien (Mekka) plant, muss eine Impfung gegen Meningokokken vorweisen, auch eine aktuelle Influenza-Impfung wird dringend empfohlen. Neben den verpflichtenden Impfungen empfiehlt der Experte die klassischen Reiseimpfungen zu Beginn der Fernreisezeit. „Hepatitis A - die so genannte Reisegelbsucht - ist in vielen wärmeren Ländern weit verbreitet. Und auch eine andere Form der infektiösen Leberentzündung - Hepatitis B - kommt vor allem in Südostasien häufig vor. Diese Impfungen sollten daher genauso vorhanden sein, wie eine Auffrischimpfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten, die alle 10 Jahre ansteht. Dies gilt auch für die Polio-Impfung bei Reisen in afrikanische und asiatische Länder, wo die Erkrankung leider immer noch vorkommt. Bei Kindern und jüngeren Erwachsenen sollte vor einer Reise zudem überprüft werden, ob ein Impfschutz gegen Masern vorliegt, da ein Schutz durch durchgemachte Masern bei dieser Altersgruppe meist fehlt. Derzeit gibt es weltweit zahlreiche große Masernepidemien, die zu mehreren Einschleppungen und davon ausgehenden Ausbrüchen in Deutschland geführt haben", so Löscher.
Arztbesuch rechtzeitig einplanen
„Viele Impfungen brauchen einige Zeit, bis sich der Impfschutz vollständig entwickelt hat. Der Besuch beim Arzt sollte daher 4-6 Wochen vor der geplanten Fernreise terminiert sein. Viele Reiseimpfungen werden inzwischen von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Wer sich beim Arzt nur impfen lässt, zahlt auch keine Praxisgebühr", erläutert Löscher, der auch Leiter des Tropeninstitutes in München ist. Eine Liste der Krankenkassen, die Reiseimpfungen erstatten, findet man im Internet. Auf den entsprechenden Portalen kann man sich auch gezielt über Impfvorschriften der jeweiligen Reiseländer informieren.
