24.02.2010
Wie man Fettgewebe aushungern kann
Indem man die Bildung von Blutgefäßen im Fettgewebe verringert, könnte man möglicherweise den Abbau von Körperfett beschleunigen...
Wirkstoffe, welche die Ausbildung von Blutgefäßen in Fettgewebe unterdrücken, könnten ein neuer therapeutischer Ansatz zur Verringerung des Körpergewichts sein. „In einer aktuellen Studie am Tiermodell haben Forscher eine Substanz getestet, die den programmierten Zelltod, die so genannte Apoptose, bei Blutgefäßzellen, die das Fettgewebe versorgen, auslösen. Dadurch verringert sich offenbar der Appetit und es kommt zu einer Gewichtsreduktion. Möglicherweise könnten derartige Arzneimittel in der Zukunft zur Behandlung stark übergewichtiger Patienten eingesetzt werden", erklärt Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI). Er bezieht sich dabei auf eine Untersuchung von Forschern um Randy Seeley von der Universität, von Cincinnati, USA. Die Studie ist im Fachmagazin Diabetes erschienen.
Weißes Fettgewebe wird von zahlreichen Blutgefäßen mit Energie versorgt. Das Wachstum des Fettgewebes ist abhängig von der Fähigkeit neue Blutgefäße auszubilden, ähnlich wie bei einem Tumor. Eine Hemmung dieser Ausbildung von Blutgefäßen, der so genannten Angiogenese, kann die Fettzellen aushungern. Die Wissenschaftler behandelten schlanke und übergewichtige Mäuse und Ratten über einen Zeitraum von 4 bis 27 Tage mit dem Apoptose auslösenden Wirkstoff. Sie ermittelten täglich die Energiezufuhr und den Energieverbrauch der Tiere, von denen ein Teil fettarme, der andere Teil fettreiche Nahrung erhielt. „Die Forscher beobachteten, dass der Wirkstoff eine deutliche Gewichtsverringerung bei den Mäusen und Ratten, deren Übergewicht durch fettreiche Ernährung verursacht worden war. Auch die Tiere, die im Versuchszeitraum fettreiche Nahrung bekamen, nahmen ab", berichtet Dr. Wesiack. „Kein Effekt wurde jedoch bei den Tieren gefunden, die eine fettarme Kost erhalten hatten."
Der Abbau von Fettgewebe fand dabei ohne eine Änderung des Energieverbrauchs der Tiere statt, sondern durch eine reduzierte Nahrungsaufnahme. Das Hormon Leptin, von dem man weiß, dass es den Appetit kontrolliert, spielt dabei keine Rolle. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein anderes System geben muss, welches das Gehirn über die Grüße des Fettgewebes informiert und dadurch beeinflusst, wie viel Nahrung aufgenommen wird", erläutert der BDI-Experte. „Der nächste Schritt in der in der Forschung wird es daher sein, dieses Signal herauszufinden, dass offensichtlich vom Fettgewebe ausgeht und die Gewichtsreduktion nach sich zieht."
