Eisen: Bedarf, Gehalt der Nahrung, Aufnahme und Speicherung

Eisenbedarf

Der Eisenbedarf steigt in Schwangerschaft und Stillzeit sowie in Wachstumsphasen. Auch bei Sportlern ist er erhöht, da der Energie- und Sauerstoffumsatz zunimmt und sie deshalb vermehrt Hämoglobin und Blut bilden. Ihr Eisenbedarf ist ungefähr doppelt so hoch wie bei Nicht-Sportlern. Außerdem kommt es bei Sportlern zu Eisenmangel durch vermehrte Schweißbildung: 1,2 Milligramm Eisen verliert der Körper mit jedem Liter Schweiß.

Normalerweise enthält der menschliche Körper 3 bis 5 Gramm Eisen. Dieses setzt sich aus den folgenden Anteilen zusammen:

  • Hämoglobineisen: etwa 3 g
  • Speichereisen:
    • bei Männern: 500 – 1000 mg
    • bei Frauen 300 – 400 mg
  • Plasmaeisen: 4 bis 8 mg
  • Gewebseisen: 4 bis 8 mg

Der tägliche Bedarf an Eisen beträgt 1- 3 mg und muss aus der Nahrung gedeckt werden. Allerdings können  nur 5 - 10% (maximal 30%) des Eisens aus der Nahrung aufgenommen werden , auch wird das meiste aufgenommene Eisen im Stuhl ungenutzt ausgeschieden.

Eisengehalt der Nahrung

Der Eisengehalt der Nahrung ist am höchsten im Fleisch – zum Beispiel in Leberwurst (5 mg/100 Gramm) und Schweineleber (22 mg/100g). Aber auch im Kakaopulver (10 mg/100 g), in Bohnen (8 mg/100 g) und im Spinat (4 mg/100 g) finden sich nennenswerte Eisenmengen, während Milchprodukte und Eier eher wenig Eisen enthalten

Aufnahme und Speicherung von Eisen

Die Aufnahme von Eisen (Eisenresorption) findet vorwiegend im ersten Teil des Dünndarms (Zwölffingerdarm bzw. Duodenum) statt, weniger in dem sich anschließenden Mittelteil des Dünndarms (Leerdarm bzw. Jejunum). Für die Aufnahme, die über komplexe Transportsysteme (Eisentransporter DMT-1 – aus dem Englischen: divalent metal transporter - und Ferroportin 1) erfolgt, wird das dreiwertige Eisen (Fe3+) der Nahrung in zweiwertiges (Fe2+) umgewandelt
Die Aufnahme des Eisens in die Zellen der Darmschleimhaut (Mukosazellen) wird durch saure Substanzen wie Ascorbinsäure gefördert, durch Säure neuralisierende Medikamente (z. B. Protonenpumpenblocker) gehemmt.

Eine zentrale Rolle bei der Regulation der Eisenaufnahme aus der Nahrung spielt das in der Leber gebildete Peptidhormon Hepcidin: Eisenmangel vermindert Hepcidin, daraufhin wird die Eisenaufnahme im Darm gesteigert.

Die Verteilung des aufgenommenen Eisens zu den eisenspeichernden Zellen (Hepatozyten/Makrophagen) erfolgt durch Bindung des dreiwertigen Eisens an Transferrin, das unter physiologischen Bedingungen mit 16 – 45 % gesättigt ist. Die Speicherung des Eisens erfolgt mit Hilfe des Proteins Ferritin.

Autor/Autoren: Wissenschaftliche Beratung & Ausarbeitung: Prof. Dr. Christoph Clemm, München

Literatur:
Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin in 2 Ordnern; Hrsg.: J. Meyer et al. ; Elsevier, 5/2018

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